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Amazon erhält Erlaubnis für Paket-Zustellung mit Drohnen in den USA

Amazon hat die Zulassung der US-amerikanischen Flugsicherheitsbehörde FAA erhalten, Pakete per Drohne ausliefern zu dürfen. Damit kommt der Konzern seinem Ziel dem "autonomen Drohnen-Lieferdienst" damit ein. großes Stück näher. Noch fehlen jedoch klare Regeln.

Amazon Prime-Air-Drohne © Amazon

Der Online-Versandhändler Amazon hat nach eigenen Angaben eine Erlaubnis der US-Flugsicherheitsbehörde FAA für Paket-Zustellungen mit Drohnen erhalten. Das Zertifikat sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem "autonomen Drohnen-Lieferdienst", teilte der Konzern mit.

Ziel sei eine Auslieferungszeit von 30 Minuten durch den "Prime Air" getauften Express-Lieferservice. Amazon schränkte zugleich ein, dass es noch dauern werde, bis Lieferungen per Drohne regulär zum Alltag gehören. Zahlreiche Unternehmen, von Start-Ups bis zu großen Unternehmen arbeiten derzeit an Drohnen-Lieferdiensten.

Das Lieferunternehmen UPS bekam bereits im vergangenen Jahr die Erlaubnis von US-Behörden, eine "Drohnen-Fluglinie" zu betreiben. Ebenfalls im vergangenen Jahr erhielt das Drohnen-Projekt "Wing" der Google-Mutter Alphabet eine FAA-Zulassung als Transportmittel. Es war im Sommer 2014 vorgestellt worden und lieferte bereits testweise kleinere Objekte wie Bonbons, Wasserflaschen oder Hundefutter auf Farmen in Australien aus. 2016 lieferte eine "Wing"-Drohne im US-Bundesstaat Virginia Burritos an Studenten.

Start war 2013

Amazon hatte zum ersten Mal bereits im Jahr 2013 eine Lieferdrohne vorgestellt. Seitdem wurden wiederholt neue Modelle gezeigt, zuletzt im vergangenen Jahr. Diese elektrische Drohne mit sechs Rotoren soll in einem Umkreis von bis zu zwölf Kilometern vom Lager fliegen und bis zu 2,3 Kilogramm befördern. Dank Sensoren kann sie Hindernisse erkennen und ihnen ausweichen. Die Rede ist zunächst von kleineren Haushaltsartikeln wie Zahnpasta oder Rasierer. Zuvor testete Amazon den Drohnen-Service bereits in Großbritannien, wo 2016 die erste Lieferung damit erfolgte. Ein Kunde hatte dort einen "Fire-TV"-Videostreaming-Stick und eine Tüte Popcorn innerhalb von 13 Minuten nach Abgabe seiner Bestellung erhalten, wie Amazon-Chef Jeff Bezos damals bei Twitter verkündete.

FAA muss Regeln festsetzen

Bevor reguläre Lieferungen beginnen können, muss die FAA noch grundsätzliche Regeln für automatisierte Drohnenflüge aufstellen, zum Beispiel auch im Bezug auf Lärm-Grenzwerte. Außerdem gibt es noch kein System zur Überwachung des Luftraums in niedriger Höhe, in der die Drohnen unterwegs sind.

Von: afp, dpa-AFX, br

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