Amazon Air plant wohl Flottenausbau

Amazon baut laut US-Medien ihre virtuelle Fracht-Airline weiter aus. So könnte der Flottenbestand in den kommenden Jahren auf bis zu 60 Maschinen wachsen. Auch ist der Bau eigener Drehkreuze in Planung.

Boeing-767-Frachter von Amazon Air. © AirTeamImages.com / Felix Gottwald

Amazon plant offenbar einen Ausbau ihrer Luftfrachtaktivitäten. So soll die Flotte der von Partnern betriebenen Amazon Air laut US-Medien um 20 Flugzeuge wachsen. Bei den Jets soll es sich um 20 gebrauchte Passagiermaschinen vom Typ Boeing 767 handeln. Die Flugzeuge waren bisher für American Airlines im Einsatz. Dort sollen sie durch "Dreamliner" (Boeing-787-Flugzeuge) ersetzt werden. Amazon Air betreibt aktuell 40 767-Frachter.

Die 20 Maschinen würden von der Luftfahrt-Holdinggesellschaf Air Transport Services Group (ATSG) übernommen und in den nächsten drei Jahren zu Frachtmaschinen umgerüstet, heißt es. Laut der "Seattle Times" sagte ATSG-Chef Joe Hete, er sehe die Mehrheit der Jets im Amazon-Service. Offiziell bestätigt ist der Deal bisher nicht.

Hohe Nachfrage nach erschwinglichen Frachtern

Vorstellbar sei auch, dass ATSG einen Teil der Boeings an andere Cargo-Airlines vermietet. So sehen Branchenexperten derzeit eine hohe Nachfrage nach gebrauchten Boeing-Frachtern. Daher könnten neben Amazon auch andere Kunden daran interessiert seien, einige Flugzeuge zu leasen.

In nur drei Jahren baute Amazon die Flotte, seiner als Prime Air gestarteten Cargo-Airline von null auf 40 Widebody-Jets auf. Knapp die Hälfte der Jets kommen dabei von ATSG. Weitere Jets wurden von Atlas Air gemietet. Laut dem Luftfahrtportal "Leeham News" wird Amazon auch Interesse an 100 werksneuen Boeing 767 Frachtern nachgesagt.

Cincinnati wird zum Hub ausgebaut

Gleichzeitig wird das weltweite größte Logistikunternehmen laut eigener Mitteilung rund 1,5 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro) in ein eigenes Drehkreuz am Flughafen von Cincinnati (Ohio) investieren. Dort sollen zwei Umverteilungszentren entstehen, die eine Kapazität von mindestens 100 Frachtjets bewältigen können. Der Start ist für 2020 geplant.

"Leeham News" berichtet ebenfalls, dass Cincinnati nur der erste Schritt in einem größeren Plan sein könnte. Demnach plane man bei Amazon ähnliche Verteilerzentren an drei weiteren Airports. Ob diese sich auch außerhalb der USA befänden, sei derzeit unklar.

Von: br

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