Am Flughafen Zweibrücken hebt letztes Passagierflugzeug ab

Bei vielen Betroffenen fließen Tränen. Vom Flughafen Zweibrücken ist zum vorerst letzten Mal eine Passagiermaschine gestartet. Die meisten Beschäftigten stehen nun ohne Job da.

Zwei Mitarbeiter stehen sich tröstend am Flughafen Zweibrücken vor einer Boeing der TUIfly, dem vorläufig letzten Passagierflugzeug, das auf dem insolventen Flughafen gestartet ist. © dpa / Oliver Dietze
Mitarbeiter des Flughafens Zweibrücken fotografieren sich am 3. November 2014 vor einer Boeing der TUIfly. © dpa / Oliver Dietze
Vor dem Terminal des Flughafens Zweibrücken steht am 3. November 2014 eine Boeing der TUIfly. © dpa / Oliver Dietze
Menschen stehen am Zaun des Flughafens Zweibrücken und schauen nach dem vorläufig letzten Passagierflugzeug, das auf dem insolventen Flughafen in Richtung Fuerteventura starten wird. © dpa / Oliver Dietze

Ende eines Airports: Vom angeschlagenen Flughafen Zweibrücken hat am Montag zum vorerst letzten Mal ein Passagierflugzeug abgehoben. Von Dienstag an wird der Airport in der Pfalz nach 20 Jahren ziviler Luftfahrt winterfest gemacht - seine Zukunft ist wegen Geldmangels äußerst ungewiss. Von den 100 verbliebenen Mitarbeitern müssen drei Viertel gehen. Sie sollten noch am Montag benachrichtigt werden, kündigte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Sebastian Brunner, an. Die übrigen sollen den Flughafen in die «Winterruhe» bringen.

Die Verhandlungen mit potenziellen Flughafen-Investoren sollen dennoch vorerst weiterlaufen. Brunner bestätigte Berichte, wonach für Dienstag in Brüssel Gespräche zwischen Vertretern des Landes, dem Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner und der EU-Kommission geplant sind. Zur Frage, ob es dabei um mögliche Konzepte von Investoren gehen könnte, wollte er nichts sagen.

«Viele Tränen sind geflossen»

Nach dem Abflug der letzten Maschine versammelten sich viele sichtlich bewegte Flughafenmitarbeiter im Terminal, wo sie sich an den Tischen des Bistros niederließen. Viele hatten selber gebackenen Kuchen mitgebracht, manche stießen mit Bierflaschen an. Reden wollte kaum einer von ihnen. «Viele Tränen sind geflossen», sagte der Geschäftsführer des Flughafens, Werner Boßlet, der mit Mitarbeitern auf dem Rollfeld der letzten Maschine hinterhergesehen hatte. Er bedauerte, dass sich niemand von der Insolvenzverwaltung am Airport eingefunden hatte.

Für den Flughafen war im Juli Insolvenzantrag gestellt worden. Er muss nach dem Willen der EU-Kommission 47 Millionen Euro an verbotenen Staatsbeihilfen zurückzahlen, kann das aber nicht. Neue Richtlinien der EU-Kommission verbieten zudem, dass es im Umkreis von 100 Kilometern zwei subventionierte Flughäfen gibt. In diesem Punkt hat Zweibrücken gegen Saarbrücken verloren.

Von: dpa

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