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Am Flughafen Zweibrücken gehen vorerst die Lichter aus

Nun ist es Gewissheit: Der gebeutelte Flughafen Zweibrücken muss seinen Betrieb erst einmal einstellen. Der Insolvenzverwalter lässt aber noch ein Türchen offen.

Ein Werbebanner des Flughafens Zweibrücken hängt nur noch zum Teil an einem Gebäude des Flughafens. © dpa / Oliver Dietze

Der Betrieb des angeschlagenen Flughafens Zweibrücken wird mangels Geldgebern in wenigen Tagen auf Eis gelegt. Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner sprach jetzt von einer «Winterruhe», die von Dienstag, 4. November, an gilt. Ein Großteil der 100 verbliebenen Mitarbeiter wird freigestellt. Zugleich sollen aber die Gespräche mit potenziellen Investoren weitergehen. «Von deren Ausgang wird der weitere Verlauf maßgeblich abhängen», sagte Plathner laut Mitteilung bei einer Betriebsversammlung. Auch nach dem 4. November sollen noch Flüge möglich sein, wenn Geld da ist, um den Betrieb zu bezahlen.

Der defizitäre Flughafen hatte im Juli Insolvenzantrag gestellt. Er muss nach dem Willen der EU-Kommission 47 Millionen Euro an unrechtmäßigen Staatsbeihilfen zurückzahlen, hat aber nicht das Geld dafür. Außerdem verbieten neue EU-Leitlinien Subventionen für zwei Airports, die weniger als 100 Kilometer auseinanderliegen. Dabei hat Zweibrücken gegen den Flughafen Saarbrücken verloren. Nach Angaben des Flughafenverbandes ADV ist erstmals in Deutschland ein Airport aus diesen Gründen in seiner Existenz bedroht.

Für eine Weiterbeschäftigung der freigestellten Mitarbeiter oder eine Transfergesellschaft fehlten die Mittel beziehungsweise die finanzielle Unterstützung, sagte Plathner. «Wir haben deshalb keine andere Wahl, als die Mitarbeiter freizustellen.» Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat getroffen worden. Zu den Gesprächen mit potenziellen Geldgebern sagte er, die Frist zur Abgabe verbindlicher Angebote laufe noch. Die Vorstellungen der verschiedenen Interessenten reichten von der Fortführung eines Flughafenbetriebs bis zur Stilllegung und anderweitigen Nutzung des Geländes.

Der Flughafenbetrieb kann nur dank einer Finanzspritze des Touristikfliegers Tuifly bis Anfang November aufrechterhalten werden. Plathner hatte deshalb noch im Oktober mit potenziellen Investoren einig werden wollen. Zugleich hatte er am Airport ansässige Firmen um 110.000 Euro gebeten, um im November weitermachen zu können - falls kein Investor anbeißt.

Eine Pleite könnte Schätzungen zufolge bis zu 240 Stellen betreffen - 120 beim Flughafen, die übrigen bei ansässigen Dienstleistern und anderen Firmen mit Airport-Bezug. Nach früheren Angaben von Airport-Sprecher Franz-Rudolf Ubach haben sich viele Mitarbeiter schon anderweitig umgesehen, mancher sei auch schon fündig geworden. Ubach war am Abend ebenso wie der Betriebsrat nicht zu erreichen.

Von: dpa

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