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Verhandlungen mit Ryanair laufen ins Leere Altenburg ohne Linienflugverkehr?

Die Betreibergesellschaft des Flughafens Altenburg rechnet damit, in der kommenden Sommersaison keine Linienflüge anbieten zu können. Verhandlungen mit dem einzigen Kunden Ryanair haben bislang zu keinem Ergebnis geführt. Die Geschäftsführung macht die landespolitischen Diskussionen dafür verantwortlich.

Terminalgebäude des Flughafens Altenburg © dpa / Jan-Peter Kasper

Die Verhandlungen zwischen dem irischen Billigfluganbieter Ryanair und der Betreibergesellschaft des Verkehrslandeplatzes Altenburg-Nobitz über die Fortsetzung des Flugbetriebes im Jahr 2011 sind offenbar gescheitert. Wie die Betreibergesellschaft am Dienstag in Altenburg im Anschluss an Gespräche mit Ryanair mitteilte, hat das Unternehmen bislang ein Angebot zur Fortsetzung der Zusammenarbeit auf der Basis bestehender Verträge nicht angenommen. Daher plane die Flughafen-Geschäftsführung für das kommende Geschäftsjahr mit der Option, keinen Linienverkehr mehr in Altenburg-Nobitz anzubieten, hieß es.

Als Grund für das Scheitern nannte der Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Jürgen Grahmann, die «schwierigen und kontroversen landespolitischen Diskussionen, die in Dublin nicht ohne Einfluss geblieben sind». Derzeit gilt in Altenburg-Nobitz noch der Winterflugplan, ab April 2011 laufen die Verträge mit Ryanair aus.

Auch der Landrat des Landkreises Altenburger Land und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, Sieghardt Rydzewski (parteilos), gab den kommunalen Anteilseignern des Flugplatzes sowie dem Land Thüringen die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen. «Da der Flugplatz und Ryanair vom Land und der Stadt Altenburg regelrecht bekämpft werden, ist der Standort für Ryanair ziemlich unattraktiv geworden», sagt Rydzewski der Nachrichtenagentur dapd.

Um den Erhalt des hoch verschuldeten Verkehrslandeplatzes Altenburg-Nobitz ist vor zwei Monaten ein heftiger Streit zwischen der Geschäftsführung des Flugplatzes und den kommunalen Anteilseignern der Betreibergesellschaft sowie dem Thüringer Verkehrsministerium entbrannt. Während die Flughafenbetreiber einen Einstieg des Landes Thüringen fordern, ist das Land bislang nur bereit, die Kosten für die Flugsicherung in Höhe von 250.000 Euro im Jahr zu übernehmen. Überdies fordert das Verkehrsministerium von der Flughafengesellschaft eine Abkehr vom bisherigen Geschäftsmodell des Billigfliegens. Dagegen protestierten umgehend der Landkreis, der hier nur einen Versuch zur Rettung des ebenfalls maroden Erfurter Flughafens sieht, und auch die IHK Thüringen.

Von: dapd

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