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Willkommen im Luftfahrt-Wunderland

Das war die Woche die war: Dreimal mit den Schuhchen klappern und alles wird wieder gut? So einfach, wie es sich manche vorstellen, wird der Luftverkehr Corona nicht überstehen, kommentiert Andrew Charlton. Da helfen auch keine disfunktionalen Luftraumblöcke.

Tower und Mitarbeiter am Flughafen (Symbolfoto). © Adobe Stock / Chalabala

Hätte Winston Churchill von den funktionalen Luftraumblöcken (Functional Airspace Blocks, FABs) gewusst, er hätte sie wohl so beschrieben: "Eine bescheidene Initiative, an der es viel Bescheidenes gibt". Und zu Recht, denn wenn eine Initiative für die Umkehrung des Begriffs "Nomen est Omen" steht, dann wohl die Initiative der (immer noch nicht) funktionalen Luftraumblöcke des Single European Sky.

DWDWDW ("Das War Die Woche Die War")
21. bis 28. September 2020

Als FABEC, seines Zeichens quasi das "Heilige Römische Reich" der FABs - an dem Frankreich, Deutschland, die Niederlande und die Schweiz beteiligt sind - am Montag eine ausführliche Begründung für seine Existenz vorlegte, konnte man sicher sein, dass etwas Großes "im Busch" war. Man muss die bemitleidenswerten Presseleute bewundern, denen die Aufgabe gestellt wurde, den FABEC fabelhaft aussehen zu lassen.

Doch in aller Bescheidenheit kann man wohl feststellen, dass die Kapazitätsprobleme - durch Verzögerungen der FABEC-Mitglieder verursacht - jetzt zumindest durch Covid gelöst wurden. Wahrscheinlich lobt die Presseaussendung zum Thema daher auch die Qualitäten der Zusammenarbeit zwischen seinen Mitgliedern und geht nicht auf die tatsächliche Leistung ein, weder individuell noch kollektiv. Warum Europa immer noch keinen wirklich einheitlichen europäischen Luftraum hat, bleibt wohl ein unlösbares Rätsel.

Über den Autor

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Andrew Charlton ist der Geschäftsführer von Aviation Advocacy, einer auf den Luftverkehr fokussierten Strategie- und Regierungsberatung mit Sitz in der Schweiz. Andrew ist zudem Herausgeber des "Aviation Intelligence Reporter", der einen zunehmend einflussreichen und unerschütterlich unabhängigen Blick auf die Luftfahrt bietet, immer durchdacht und nie einseitig.

Was "Großes im Busch" war, wurde dann am Dienstag enthüllt, als EU-Transportkommissarin Adina Valean einen neuen Vorstoß ankündigte, um SES2+ Wirklichkeit werden zu lassen. Nennen Sie es SES2++, denn es gibt sogar einen Brexit-Bonus. Hurra: Der Austritt Großbritanniens aus der EU bedeutet, dass Gibraltar kein Thema mehr ist. Die seit Langem diskutierte Entflechtung der Datendienste soll zudem vorangetrieben werden. Die Easa, Europas Sicherheitsbehörde, wird zur Wirtschaftsregulierungsbehörde: Der "Netzwerkmanager" wird eine bedeutendere und zentralere Rolle spielen und die FABs werden in ihrer Bedeutung schwächer, denn die regionale Zusammenarbeit wird stattdessen zukünftig durch den "Netzwerkmanager" gesteuert.

Von: Andrew Charlton Jetzt Gastautor werden

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