Alitalia muss noch stärker schrumpfen als gedacht

Die verstaatlichte Airline Alitalia kann den geplanten Betrieb mit 93 Maschinen nicht mehr finanzieren. Deshalb soll die Flotte nun auf 65 bis 70 Flugzeuge reduziert werden. 4000 Stellenstreichungen sollen hinzukommen.

Maschine von Alitalia im Hangar. © Alitalia

Als Staatsbetrieb könne es sich die neue Alitalia nicht leisten, mehr als 70 Flugzeuge zu unterhalten, wie "Corriere della Sera" berichtet. Momentan besitzt die Airline 111 Maschinen, mindestens 41 müssten also weichen. So wolle es das EU-Kommissariat, nachdem es den Industrieplan, den das italienische Wirtschafts- und Finanzministerium zusammen mit dem Vorstand der neuen Alitalia beschlossen habe, nochmal überarbeitet habe. Darin stehe auch, dass 4000 Mitarbeiter entlassen werden müssten. Zudem sei vorgesehen, enger mit den Allianzpartnern Air France-KLM und Delta zusammenzuarbeiten.

Es ist ein erneuter, verzweifelt anmutender Versuch, die Fluggesellschaft Alitalia, die schon seit Jahren um ihre Existenz kämpft, zu retten. Seit 2017 ist die Airline insolvent, schon zuvor hat sie immer wieder staatliche Hilfe benötigt, denn ein Investor hat sich über all die Jahre nicht finden können. Laut Branchenanalyst Andrea Giuricin habe dies die Steuerzahler in den letzten zwölf Jahren 10 Milliarden Euro gekostet.

In der Zeit zwischen 2017 und 2020 zahlte der italienische Staat Überbrückungskredite in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Die Corona-Pandemie sorgte nun dafür, dass Alitalia endgültig verstaatlicht werden musste. Dafür sollen weitere mehrere hundert Millionen Euro von der Regierung bereitgestellt werden.

Von: lr

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