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Europa-Reiseverkehr startet wieder

Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder auf. Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sind startbereit - auch die Flughäfen haben sich auf den Betrieb während Corona vorbereitet.

Mehrere Passagiere mit Mundschutzen passieren bei ihrer Ankunft die Kontrollen im Terminal 4 des Flughafens Adolfo Suárez Madrid-Barajas. ©, dpa / Oscar J. Barroso/Europa Press

Ein Stück weit kehrt die Reisefreiheit wieder zurück: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder auf. Doch ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, hängt auch an den Regelungen der Urlaubsländer. Aufgehoben wird die Reisewarnung am Montag nach jüngstem Stand für 27 Staaten.

Das Bundeskabinett hatte beschlossen, die Reisewarnungen aufzuheben. Stattdessen gibt es nun ausführliche Hinweise, in denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht.

Für mehr als 160 Staaten soll die generelle Reisewarnung derweil zunächst bis zum 31. August weiter gelten. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte aber klargemacht, dass es auch da noch Ausnahmen geben könnte - zum Beispiele für beliebte Urlaubsländer wie die Türkei, die bereits den Flugverkehr nach Deutschland wieder aufgenommen hat. Das Land am Bosporus ist das drittbeliebteste Urlaubsziel der Deutschen im Ausland nach Spanien und Italien. Die türkische Regierung dringt auf eine Aufhebung der Reisewarnungen "zum frühestmöglichen Zeitpunkt".

Die Grenzkontrollen bei der Einreise nach Deutschland endeten in der Nacht zum Montag um Mitternacht, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Lediglich die lange zuvor eingeführten Kontrollen gegen irreguläre Migration an der Grenze zu Österreich bleiben bestehen.

Airlines und Flughäfen sind vorbereitet

Flughäfen, Airlines und Reiseveranstalter haben sich mit Hygiene- und Sicherheitskonzepten auf den Neustart des Tourismus ins Ausland vorbereitet. Die meisten Flugreisen großer Veranstalter beginnen im Laufe der Woche oder Anfang Juli.

Die Lufthansa weitet ihr Angebot ab Montag aus, allein um 34 zusätzliche deutsche und europäische Ziele ab München und rund 20 ab Frankfurt. Im Fokus stünden dabei wie in der ersten Juni-Hälfte touristische Sommerziele. 80 Maschinen wurden reaktiviert. Auch die meisten anderen Fluggesellschaften starten wieder mit mehr Flügen von und nach Deutschland.

Insgesamt bleibt die Auswahl an Flügen für Reisende aber begrenzt. Verglichen mit dem Juni 2019 bieten die Fluggesellschaften nach Branchenangaben im Laufe dieses Monats 14 bis 15 Prozent der üblichen Sitzplatzkapazität an. Die Nachfrage werde nur schrittweise wieder zunehmen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, der dpa.

Reiseveranstalter beginnen mit Wiederaufnahme

Bei Veranstalterreisen dürften am Montag vor allem die Urlauber starten, die mit dem eigenen Auto, Bussen oder der Bahn anreisen. Der erste Ferienflug in den Süden - abgesehen von dem Balearen-Test - startet beim Branchenprimus Tui am Mittwoch (17. Juni) nach Faro.

Tui sieht derzeit einen Nachholeffekt. "Die ersten Pauschalreisen ab Montag nach Mallorca waren innerhalb von 36 Stunden ausverkauft. Neben den spanischen Inseln sind Griechenland, Kroatien und Portugal gefragt. Zypern liegt erstmals ebenfalls ganz vorn", hieß es am Sonntag beim Reisekonzern.

FTI ist am Montag mit Flügen nach Athen und Tessaloniki dabei. Weitere Ziele folgen Ende Juni/Anfang Juli. Bei DER Touristik starten die ersten Flugreisen ab Samstag (20. Juni) nach Portugal. Alltours bietet ab 1. Juli - in Nordrhein-Westfalen ab Ferienbeginn - Flugpauschalreisen in verschiedene EU-Länder an.

Alltours-Chef Willi Verhuven geht davon aus, "dass wir im Sommer 50 Prozent des Vorjahresniveaus erreichen werden. Gerade die Kanaren, Griechenland, Mallorca und die Türkei sind sehr gefragt", sagte er jüngst der "Rheinischen Post".

Auch DER Touristik berichtete deutlich anziehenden Buchungen für den Sommer im Ausland. Höhere Nachfrage gebe es unter anderem für Griechenland, die Türkei, Balearen und Kanaren sowie Tunesien und den Indische Ozean.

Die Öffnung für Reisen in Europa sei ein erster Schritt, betonte der Reiseverband DRV. Die Länder außerhalb Europas müssten jedoch zeitnah folgen. Die Beschränkungen hätten Umsatzeinbußen von 20 Milliarden Euro von Mitte März bis Ende August für Reisebüros und Veranstalter zur Folge gehabt.

Spanien zieht Eröffnung vor

Für vier Länder kommt es aber weiter zu Verzögerungen. Spanien, Norwegen und Finnland müssen erst noch ihre Einreisesperre für Ausländer aufheben. In Spanien ist das für Reisende aus dem Schengenraum ab dem 21. Juni geplant, nachdem die Regierung in Madrid den Termin am Sonntag wegen sinkender Corona-Zahlen um neun Tage vorgezogen hatte. Bisher war das erst für den 1. Juli geplant. In Finnland gilt die Einreisesperre bis zum 14. Juli. In Norwegen ist die Einreisesperre unbefristet. In Schweden ist die Zahl der Neuinfektionen noch zu hoch für die Aufhebung der Reisewarnung.

© dpa, Clara Margais Lesen Sie auch: Erste deutsche Test-Urlauber auf Mallorca gelandet

Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August. Ausnahmen können für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Virus ausreichend eingedämmt ist.

Aktuelle Übersicht nach beliebten Reisezielen

Was wo wie in den 27 EU-Ländern geregelt ist und welche Empfehlungen es gibt, können Reisende und Geschäftsleute auf der Website "Re-open EU" der EU-Kommission nachlesen. Auch das Auswärtige Amt informiert sehr detailliert in Reisehinweisen über die Bedingungen an den einzelnen Urlaubszielen im Internet.


SPANIEN - REISEWARNUNG GILT NOCH: Das Auswärtige Amt warnt vorerst noch vor nicht notwendigen, vor allem touristischen Reisen nach Spanien, weil es bis zum 21. Juni Einreisebeschränkungen für Ausländer gibt. Nun darf man aber den Sommerurlaub an der Costa del Sol oder an der Costa Blanca planen. Denn nach stark gesunkener Zahl an Corona-Neuinfektionen sind vom 21. Juni an die Grenzen für Bürger aus Schengen-Staaten wieder offen. Auch die bisher für Ausländer geltende 14-tägige Quarantänepflicht nach der Einreise entfällt dann. Nach Mallorca und den anderen Balearen-Inseln brachen bereits am Montag die ersten von bis zu 10 900 Urlaubern aus Deutschland auf: Sie machen eine Art Testlauf für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten.

NORWEGEN - REISEWARNUNG GILT NOCH: Die Einreise aus Deutschland ist noch nicht ohne Weiteres möglich. Es gilt eine zehntägige Quarantäne. Ob es mit dem Sommerurlaub in den norwegischen Fjorden klappt, steht deshalb in den Sternen. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Land. Seit Montag erlauben die Norweger wieder Reisen von und ins restliche Skandinavien mit der Ausnahme des schwedischen Festlandes, wie Regierungschefin Erna Solberg am Freitag bekanntgab. Mit Blick auf Länder mit ähnlich positiven Corona-Entwicklungen wie Deutschland sagte sie jedoch: "Wir können nicht alles auf einmal öffnen. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen." Bis zum 20. Juli wolle man das Vorgehen überprüfen.

FINNLAND - REISEWARNUNG GILT NOCH: Das Land öffnet sich für Reisende aus dem Baltikum und dem Großteil Skandinaviens. Die Grenzkontrollen für den Straßen-, Flug- und Fährverkehr nach Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Dänemark und Island wurden zum 15. Juni aufgehoben. Das gilt nicht für Finnlands wichtigstes Nachbarland Schweden, das derzeit noch mit verhältnismäßig hohen Corona-Zahlen fertig werden muss. Die Einreise für Touristen aus Deutschland ist noch nicht erlaubt. Deshalb gilt weiterhin eine Reisewarnung seitens des Auswärtigen Amtes.

SCHWEDEN - REISEWARNUNG GILT NOCH: Die Warnung wird aufrechterhalten, weil "Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen" überschritten habe, heißt es beim Auswärtigen Amt. Die Grenzen sind für EU-Bürger jedoch geöffnet. Schweden hat mit deutlich lockereren Maßnahmen auf die Pandemie reagiert als der Rest Europas und immer noch mit vergleichsweise hohen Corona-Zahlen zu kämpfen. Mittlerweile fliegen wieder einige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm, die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde werden ohnehin weitgehend befahren. Und auch innerhalb Schwedens ist es seit einigen Tagen wieder erlaubt, unbegrenzt von A nach B zu fahren.

GROSSBRITANNIEN - VON URLAUBSREISEN DRINGEND ABGERATEN: Wer nach Großbritannien einreist, muss nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Deshalb die Empfehlung des AA, nicht zu reisen. Fluggesellschaften und Reisebüros fürchten aufgrund der Regelung noch mehr Einbußen. Von der Quarantäne sind Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln ausgenommen. Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Sie prüft aber eine Lockerung. Die 14-tägige Selbstisolation könnte demnach künftig nicht für Verbindungen mit Ländern gelten, die die Corona-Krise gut im Griff haben. Solche "Luftbrücken" könnten britischen Medien zufolge schon im Juli eingeführt werden.

MALTA - VON URLAUBSREISEN DRINGEND ABGERATEN: Malta ist nach Angaben des AA von Covid-19 vergleichsweise gering betroffen. Bis mindestens 30. Juni gilt aber für Einreisende, dass sie sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen müssen.

IRLAND - VON URLAUBSREISEN ABGERATEN: Auch in Irland gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden. Zudem ist die Bewegungsfreiheit innerhalb des Landes stark eingeschränkt. Auch Restaurants, Pubs und Cafés bleiben noch bis Ende Juni geschlossen. Ein Urlaub in Irland ergibt daher zur Zeit nur wenig Sinn. Wann die Einreise wieder ohne Auflagen möglich sein wird, ist noch unklar. Das Auswärtige Amt rät daher von touristischen Reisen dorthin ab.

ÖSTERREICH - REISEHINWEIS: Das Land hat seit dem 4. Juni alle Einreisebeschränkungen gegenüber seinen Nachbarstaaten aufgehoben, mit Ausnahme Italiens. Für deutsche Touristen ist vor allem wichtig, dass die Kontrollen an der Grenze zu Italien zum Beispiel am Brenner entfallen. In Österreich selbst hat sich das öffentliche Leben weiter normalisiert. Seit 15. Juni ist das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in Bussen und Bahnen, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Die momentanen Infektionszahlen sind sehr niedrig.

ITALIEN - REISEHINWEIS: Die Corona-Lage Italiens, das viele Todesopfer zu beklagen hat, hat sich nach Einschätzung des AA inzwischen verbessert. Regionale Schwerpunkte seien die Lombardei, gefolgt von Piemont, Emilia-Romagna und Venetien. Insgesamt läuft der Tourismus langsam wieder an. Hotels melden wieder Buchungen - auch wenn längst noch nicht alles offen ist. Nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen herrscht seit 3. Juni Reisefreiheit. Das Land öffnete seine Grenzen für Urlauber aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne wird von ihnen nicht mehr verlangt. Am Montag sollten auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder aufmachen. Reisende, die mit dem Auto über Österreich in das Mittelmeerland und zurück wollen, müssen derzeit bei der Rückfahrt noch ohne Zwischenstopp durchfahren.

SCHWEIZ - REISEHINWEIS: Hotels, Restaurants, Museen, Seilbahnen und andere touristische Einrichtungen proben mit einheimischen Gästen schon seit einigen Wochen den Betrieb mit Hygiene- und Abstandsvorschriften. Weil die Infektionszahlen seit April stark zurückgegangen sind, dürfen seit Montag nun nicht nur Gäste aus Deutschland und anderen Nachbarländern, sondern aus der ganzen EU und mehreren weiteren Staaten einreisen. Mund- und Nasenschutz wird empfohlen, wo es voll werden kann, etwa in Seilbahnen, Bussen oder im Zug, aber vorgeschrieben sind Masken nicht. Viele große Sommerfeste wie das Montreux-Jazzfestival, das Filmfestival in Locarno oder das große Festival der klassischen Musik in Luzern fallen zwar aus. Weil die Beschränkung von Besucherzahlen aber immer weiter gelockert wird, planen viele Veranstalter nun doch kleinere Kulturfeste.

FRANKREICH - REISEHINWEIS: Die Einreise aus EU- und Schengen-Staaten - mit Ausnahme Spaniens - sowie Großbritannien und Nordirland ist seit Montag wieder ohne besonderen Reisegrund möglich. In Frankreich haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet. In Paris dauert das noch bis Ende Juni. Auch die Restaurants empfangen seit voriger Woche im ganzen Land wieder Gäste. Weil Paris sehr schwer vom Virus getroffen wurde, darf dort erstmal nur auf den Terrassen im Freien getrunken und gegessen werden. Freizeitangebote sind nun wieder verstärkt möglich, alle Strände und Parks sind wieder zugänglich. Große Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Vom 25. Juni an soll der seit Mitte März geschlossene Eiffelturm in Paris wieder geöffnet werden.

PORTUGAL - REISEHINWEIS: Wer in der zweiten Juni-Hälfte Urlaub hat oder einen Wochenendtrip plant und unbedingt auf die Iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen. Das Land will nämlich schon am 15. Juni seine Grenzen für den ausländischen Tourismus öffnen. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war das Land am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien. Als regionale Schwerpunkte mit den derzeit meisten Neuinfektionen nennt das AA den Norden, die Stadt Porto sowie den Großraum Lissabon.

GRIECHENLAND - REISEHINWEIS: Athen hat angekündigt, dass Reisende aus 29 Staaten von Montag an ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen können, darunter auch aus Deutschland. Am 1. Juli soll die Lage erneut geprüft werden; dann könnten weitere Staaten hinzukommen. Zunächst soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen und Thessaloniki geben. Vom 1. Juli an sollen auch die Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. Eine Corona-Kontrolle werde es stichprobenartig an den griechischen Flughäfen nach Landung aus dem Ausland geben, teilte Athen mit. Die Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres wurden für den Urlaubsstart für Touristen aus dem Ausland vorbereitet. Insgesamt seien zusätzlich 687 Ärzte und Pflegepersonal auf den Inseln eingestellt worden.

NIEDERLANDE - REISEHINWEIS: Der Holland-Urlaub wird wieder möglich - aber nicht ohne Einschränkungen. Urlaubsunterkünfte sollten unbedingt vorab reserviert werden, heißt es in den amtlichen Mitteilungen für ausländische Touristen. Stufenweise öffnen Bungalowparks, und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Seit dem 1. Juni können sie jeweils von mehreren Familien gemeinsam genutzt werden. Seit Montag sollen auf Campingplätzen und in Ferienparks Duschen und WCs wieder zur Verfügung stehen; bisher war dies erst für den 1. Juli vorgesehen. Seit dem 1. Juni empfangen die Museen wieder Besucher - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an.

LUXEMBURG - REISEHINWEIS: Luxemburg ist laut Auswärtigem Amt vergleichsweise stark vom Coronavirus getroffen worden. Zwischen Luxemburg und Deutschland finden allerdings keine Grenzkontrollen statt. Auch Durchreisen sind möglich. Das öffentliche Leben von Restaurants über Kulturveranstaltungen findet wieder statt - jedoch unter den allgemeinen Hygieneauflagen. Dazu zählt auch das Tragen einer Maske etwa im öffentlichen Nahverkehr, in Supermärkten oder Museen.

BELGIEN - REISEHINWEIS: Wie mehrere europäische Länder kehrt auch Belgien Mitte des Monats ein Stück weit zur Reise-Normalität zurück. Seit Montag öffnet das Land seine Grenzen für Reisende aus 31 europäischen Ländern. Schon seit längerem dürfen Belgier zumindest wieder Besuch von Verwandten aus dem Ausland empfangen. Zudem dürfen sie selbst zu Verwandten oder zum Einkaufen in Nachbarländer wie Deutschland oder die Niederlande fahren. Mittlerweile haben auch Restaurants, Cafés und Bars wieder den Betrieb aufgenommen.

DÄNEMARK - REISEHINWEIS: Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark im Kampf gegen Corona am 14. März seine Grenzen dichtgemacht. Touristen und andere Ausländer ohne konkreten Einreisegrund kommen seitdem nicht mehr ins Land. Nun hat Dänemark seine Grenzen am Montag zumindest wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen geöffnet. Bedingung ist, dass sie mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf bereits seit Ende Mai wieder einreisen. Einwohner Schleswig-Holsteins dürfen seit Montag ohne triftigen Einreisegrund über die Grenze nach Dänemark fahren.

ISLAND - REISEHINWEIS: Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern seit Montag die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

TÜRKEI - REISEWARNUNG: Für die Türkei als Nicht-EU-Staat gilt die Reisewarnung des AA bis 31. August. Das Land hofft aber von Mitte Juni an wieder auf Touristen und darauf, dass auch die Reisewarnung früher aufgehoben wird. Flughäfen und Hotels bereiten sich schon auf ausländische Touristen vor. Die Einrichtungen müssen sich an zahlreiche Richtlinien halten, an Stränden etwa gilt ein Sicherheitsabstand, am Pool gibt es nur abgepackte Handtücher, und in Flughäfen und Hotels werden Wärmebildkameras eingesetzt. Die Regierung hat ein Zertifikationsprogramm entwickelt, an dem sich Gastronomen und Hotels freiwillig beteiligen können. Auch deutsche Firmen wie der Tüv Süd stellen Inspektoren.

ZYPERN - REISEHINWEIS: Zypern hat seine Flughäfen für Touristen aus einigen Ländern geöffnet. Urlauber aus Deutschland und zwölf anderen Staaten können ohne Quarantänepflicht auf die Insel fliegen. Es gibt lediglich eine Bedingung für die Einreise: Bis zum 20. Juni müssen die Gäste sich vor der Einreise einem Corona-Test unterziehen. Danach dürfen Touristen und andere Reisende aus Deutschland, Österreich, Malta, Griechenland, Israel, Bulgarien, Finnland, der Slowakei, Slowenien, Litauen, Norwegen, Dänemark und Ungarn frei einreisen. Sollten Reisende während ihres Aufenthalts auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion erkranken, will die Regierung der Inselrepublik nach eigener Aussage die Kosten übernehmen.

RUMÄNIEN - REISEHINWEIS: Seit Montag hat Rumänien die Einreiseauflagen für Bürger mehrerer EU-Länder, darunter Deutsche, gelockert. Bürger aus Ländern mit geringer Corona-Infektionsrate dürfen auf dem Landweg einreisen, falls sie keine Covid-19-Symptome aufweisen. Die Einreise per Flugzeug ist nur rumänischen Staatsbürgern gestattet sowie Ausländern mit Aufenthaltsgenehmigung in Rumänien. Ausländer sind auch von der bisherigen Pflicht zur häuslichen Isolation nach der Einreise befreit worden. Hotels sind in Betrieb. Unter freiem Himmel ist Gastronomie erlaubt, mit einem Mindestabstand zwischen den Tischen. Der gilt auch für Liegestühle und Sonnenschirme an den Schwarzmeerstränden. Beim Betreten geschlossener öffentlicher Räume - zum Beispiel von Geschäften und Museen - besteht Maskenpflicht.

UNGARN - REISEHINWEIS: Deutsche Urlauber können seit dem 7. Juni ohne Einschränkungen in Ungarn einreisen. Das Land war von der Pandemie nur mäßig betroffen. Die Lage normalisiert sich zusehends. Viele Hotels haben wieder geöffnet, ebenso Restaurants und Bars. Letztere müssen allerdings nachts früher schließen als sonst. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxis und Geschäften gilt eine Maskenpflicht. Außerdem sind Abstandsregeln zu beachten.

SLOWAKEI - REISEHINWEIS: Deutsche können seit dem 10. Juni ohne Einschränkungen in die Slowakei einreisen. Das Land war vom Coronavirus kaum betroffen. Eine Einreise aus Deutschland ist laut Auswärtigem Amt ohne jegliche Einschränkungen möglich. Das gilt auch für Transitreisen etwa nach Österreich, Ungarn oder Tschechien. Lediglich an der Grenze zu Polen und der Ukraine gelten andere Regeln. Wer aus diesen Ländern einreist, fällt weiterhin unter die Quarantäneregelungen der slowakischen Regierung. Im Land selbst ist die touristische Infrastruktur weitgehend wieder geöffnet. In geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht.

KROATIEN - REISEHINWEIS: Das stark vom Tourismus abhängige Land an der Adria mit seiner langen Küste und den vielen Inseln kann es kaum erwarten, dass die europäischen Grenzen endlich aufgehen. Kroatien erlaubt Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Die Lockerung betrifft auch die Bürger neun weiterer EU-Staaten: Österreich, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn, Litauen, Lettland und Estland. Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt.

SLOWENIEN - REISEHINWEIS: Das EU-Land zwischen Alpen und Adria lässt seit dem 8. Juni Reisende aus Deutschland und 16 anderen europäischen Ländern ohne Auflagen einreisen. Wer dort Urlaub machen will, muss nicht einmal mehr eine Buchungsbestätigung vorlegen. Darüber hinaus können Bürger aus diesen sowie anderen Ländern im Transit durch das kleine Land reisen. Slowenien dient jenen Urlaubern aus Deutschland als Durchreiseland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren. Es verfügt selbst über einen 46 Kilometer langen Abschnitt an der Adria mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur. Seit dem 1. Juni sind wieder alle Hotels geöffnet.

TSCHECHIEN - REISEHINWEIS: Das Land der Burgen und Schlösser hat seine Grenzen bereits für Bürger aus Deutschland, Österreich, der Slowakei und Ungarn geöffnet. Seit Montag gilt das für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein. Das Einreiseverbot bleibt für Reisende mit Wohnsitz in Belgien, Portugal, Großbritannien, Schweden sowie der polnischen Woiwodschaft Schlesien bestehen. Diese Territorien werden als Risikogebiete für eine Coronavirus-Infektion angesehen. Die monatelang menschenleere Prager Altstadt füllt sich allmählich wieder mit Leben. Mehrtägige Hotelgäste belohnt die Hauptstadt mit kostenlosen Kulturgutscheinen.

BULGARIEN - REISEHINWEIS: Das Urlaubsland am Schwarzen Meer rüstet sich für eine Sommersaison unter Corona-Auflagen. Seit 1. Juni ist Deutschen die Einreise nach Bulgarien ohne Quarantäne wieder gestattet. Bulgarien gehört zu den Ländern, die relativ gering von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sowie Isolierräume für Coronavirus-Fälle sollen zum Standard gehören. In dem Balkanland sind Restaurants, Cafés, Museen, Kinos sowie Fitnesszentren und Shoppingmalls wieder geöffnet.

POLEN - REISEHINWEIS: Das Land hat seine Grenzen zu allen EU-Nachbarländern am 13. Juni wieder geöffnet. Einreisende EU-Ausländer und Polen müssen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne. Von diesem Dienstag (16. Juni) an sollen auch Flüge in EU-Länder wieder aufgenommen werden. Hotels, Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind mittlerweile wieder geöffnet. Das gleiche gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios. Auch Schwimmbäder und Fitnessstudios dürfen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

ÄGYPTEN - TEILREISEWARNUNG: Nicht Europa, doch ein beliebtes Reiseziel für Europäer. An Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich soll schrittweise wieder Normalität einkehren - so die Hoffnung. Hotels dürfen für einheimische Urlauber seit 1. Juni bei 50 Prozent Belegung bereits wieder öffnen. Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor dicht. Das AA rät von nicht erforderlichen Reisen nach Ägypten derzeit ab.

Von: dh, dpa

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