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Umweltaktivisten mit Aktionen gegen Kurzstreckenflüge

Extinction Rebellion hat mit Aktionen gegen Kurzstreckenflüge demonstriert. In München ketteten sich Umweltaktivisten an Kofferwagen, in Lübeck wollten sich Mitglieder der Gruppe an einem Flugzeug und auf der Landebahn festkleben.

Aktion "Luftblock" der Extinction Rebellion Deutschland in München. © Extinction Rebellion

Aktivisten der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion haben am Montag an mehreren Flughäfen gegen den innerdeutschen Flugverkehr protestiert. Die Aktionen in München, Lübeck, Berlin und Düsseldorf sollten darauf aufmerksam machen, dass Kurzstreckenflüge einen "erheblichen Beitrag" zum "schädlichen CO2-Fußabdruck Deutschlands beitragen", erklärte das Bündnis am Montag.

Im Terminal 2 des Münchner Flughafens ketteten sich rund ein Dutzend der Klimaaktivisten an Kofferwagen und blockierten so Teile des Bereichs rund um die Check-In-Schalter. Es gehe darum, den Kohlendioxid-Ausstoß durch die in den meisten Fällen unnötigen Kurzstreckenflüge zu verhindern, sagte die Aktivistin Susanne Egli und verwies auf die Route Nürnberg-München.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Auf kurze Hub-Zubringer lässt sich nur schwer verzichten Analyse

Zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs kam es während der etwa zwei Stunden dauernden Aktion nicht. Allerdings hatten die Demonstranten Teile der Anzeigetafel im Terminal mit einem Transparent verhüllt.

Die Aktivisten beendeten die Aktion nach Eglis Angaben freiwillig - auch, um ein Wegtragen durch Polizisten in Zeiten der Corona-Pandemie nicht notwendig werden zu lassen.

Blockadeversuch mit Sekundenkleber

Am Montagmorgen demonstrierten Aktivisten der Gruppe zudem am Lübecker Flughafen. Etwa zehn Menschen gelangten nach Angaben eines Sprechers von Extinction Rebellion am Morgen auf die Betriebsflächen am Flughafen. Drei von ihnen hätten versucht, sich mit Sekundenkleber an den Händen auf den Boden der Rollbahn festzukleben, wie die Polizei mitteilte. Dies hätten die Beamten jedoch verhindert und die Aktivisten in Gewahrsam genommen.

Lorenz Gösta Beutin, klimapolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag, begleitete die Proteste vor Ort. Er berichtete von 100 bis 150 weiteren Demonstranten vor dem Rollfeld. Die Polizei spricht von 80 Personen. Zudem hatten laut Polizei drei Aktivisten der Gruppe Flugtickets nach München. Einer von ihnen hätte versucht, sich am Flugzeug festzukleben. Die Polizei nahm auch diese drei Personen in Gewahrsam.

Hintergrund der Protestaktion in Lübeck war der Neustart des Linienflugbetriebs von Lübeck nach München und Stuttgart. Extinction Rebellion sprach von "gezielten und friedlichen Aktionen" an vier deutschen Flughäfen.

Bei den Protesten in Berlin und Düsseldorf versuchten Aktivisten, Abflüge zu verhindern, indem sie bereits beim Rollen zur Startbahn eine Ansprache hielten und ein Zurückkehren zum Gate verlangten. So habe man Abflüge verzögern können, hieß es.

"Mit den Aktionen stören wir gezielt, aber sehr friedlich den Flugverkehr von Kurzstreckenflügen, die wir einstellen müssen. Wir befinden uns in einem planetaren Notfall und es ist Zeit, dementsprechend zu handeln. Wir müssen die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich auf Null fahren," so Norman Schumann aus dem Extinction-Rebellion-Presseteam.

© Lübeck Air, Lesen Sie auch: Mit Lübeck Air starten wieder Linienflüge ab Lübeck

Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion will mit gewaltfreiem Ungehorsam auf die Klimakrise aufmerksam machen. Aufgrund von Gesetzesverstößen bei vielen Protestaktionen ist die Gruppe umstritten. Kritik kommt auch von ökolinker Seite: Die Bewegung vernebele durch "Hyperemotionalisierung" den Verstand ihrer Mitglieder, schreib Jutta Ditfurth und bezeichnete Extinction Rebellion als "esoterische" Weltuntergangssekte.

Von: dh mit dpa, AFP

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