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Luftverkehrskonzept: Airport-Betriebsräte appellieren an Bundesregierung

Die Betriebsräte der deutschen Verkehrsflughäfen haben sich an die Bundesregierung gewandt und Forderungen gestellt. Es geht dabei um das neue Luftverkehrskonzept, das derzeit entwickelt wird.

Gepäckgebühren sind eine beliebte zusätzliche Einnahmequelle. © Fraport / Fredrik von Erichsen

Die Betriebsräte der deutschen Verkehrsflughäfen fordern von der Bundesregierung, soziale Standards in das Luftverkehrskonzept einfließen zu lassen. Außerdem sprechen sich die Arbeitnehmervertreter gegen eine weitere Liberalisierung aus. Bisher habe diese Strategie befristete Arbeitsplätze, Lohndumping, Auslagerung und eine Ausweitung der Leiharbeit zur Folge gehabt, heißt es. Der Gesetzgeber habe es versäumt, für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

In Deutschland und in Europa gebe es immer mehr Regularien und steuerliche Belastungen. Folglich stünden die deutschen Luftfahrt-Unternehmen finanzstarken und zum Teil subventionierten Nicht-EU-Firmen aus Ländern gegenüber, in denen bessere Rahmenbedingungen herrschen würden. "Dort werden häufig Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten, gewerkschaftliche und betriebliche Interessensvertretungen verboten", heißt es in dem Schreiben.

© Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Screenshot: airliners.de Lesen Sie auch: Studie liefert Grundlagen für neues Luftverkehrskonzept

Wie die Betriebsräte weiter mitteilen, sollte ihrer Meinung nach die Ticketsteuer abgeschafft werden - eine Forderung, die auch von den Arbeitgebern aus der deutschen Luftfahrbranche kommt. Das gilt auch für das Nachtflugverbot, das nicht ausgeweitet werden soll, sowie die Forderung, der Bund solle die Luftsicherheitskosten übernehmen.

Zu den Betriebsräten der deutschen Verkehrsflughäfen gehören die Betriebsräte der Airports, die im Flughafenverband ADV vertreten sind. Sie treffen sich jährlich im Frühjahr und im Herbst, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Die Betriebsräte setzen sich für die gesamte Arbeitnehmerschaft an den jeweiligen Flughäfen ein.

Von: ch

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