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IAG-Chef Willie Walsh. © dpa / Georg Hochmuth/APA

Die Corona-Reiseregeln müssen nach Ansicht des Airlineverbands Iata nach einem Rückgang der Pandemie so schnell wie möglich abgeschafft werden. Auflagen für Tests oder Impfzertifikate dürften nicht auf Dauer bestehen bleiben, sagte der neue Iata-Generaldirektor, Willie Walsh, am Mittwoch in Genf.

Er spielte auch auf Vorschriften wie das Verbot von Flüssigkeiten an, die einst zur Terror-Abwehr eingeführt worden seien, heute aber wegen technischer Möglichkeiten nicht mehr nötig wären. "Sobald wir da durch sind, wollen wir, dass diese Einschränkungen dauerhaft aufgehoben werden", sagte Walsh bei seiner ersten Pressekonferenz in dieser Position.

Der irische Manager forderte Regierungen auf, schon jetzt die Wiedereröffnung des internationalen Flugverkehrs zu planen. "Airlines können nicht so einfach ihr Geschäft wieder hochfahren", sagte Walsh. "Da liegt noch viel Arbeit vor uns." Der neue Iata-Chef, der Anfang April Alexandre de Juniac im Amt ablöste, zeigte sich aber wegen des Fortschritts der Corona-Impfungen optimistisch, dass Europäer im Sommer wieder fliegen können.

Derzeit ist die Lage der Airlines jedoch noch düster. Die globale Nachfrage nach Passagierflügen lag im Februar fast 89 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von Februar 2019, berichtete die Iata. Vorausbuchungen für Sommerreisen im europäischen Markt liegen demnach auf einem ähnlich niedrigen Niveau.

Die Lage alarmiert auch den den europäischen Airline-Dachverband Airlines for Europe (A4E). Die europäischen Staaten müssten bezüglich der Reiseregeln endlich beginnen, einen koordinierten Ansatz zu verfolgen. "Die europäischen Fluggesellschaften und der gesamte Luftfahrtsektor sowie die Reisenden müssen verstehen können, welche Regeln gelten werden, um das nötige Vertrauen für die Planung und Buchung ihres Sommerurlaubs zu haben."

Denn die Reiselust ist nach Dafürhalten der Airlines groß. Der zunehmende Impfschutz der Bevölkerung müssten sich in einem gemeinsamen Ansatz und der schrittweisen Aufhebung nationaler Reisebeschränkungen widerspiegeln, so A4E. Dabei wäre der Ansatz umfassender Tests bei Abflug oder Ankunft der vielversprechendste Weg. Pauschale Reiseverbote oder Quarantäneregelungen müssten vermieden wären, zumal aus wissenschaftlicher Sicht klar sei, dass sie nur sehr bedingt nutzen.

Grundsätzlich habe die Luftfahrt in der Pandemie mit Blick auf das Cargo-Geschäft einmal mehr ihre unverzichtbare Rolle unterstrichen. Für die Fluggesellschaften ist deshalb klar: Ihr Personal muss als Schlüsselarbeitskräfte eingestuft werden und daher in den nationalen Impfprogrammen Vorrang haben.