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Maschinen der Lufthansa stehen in München © dpa

Ein neuer Schub Vulkanasche aus Island behindert erneut massiv den Luftverkehr in Deutschland. Gesperrt waren dabei im Süden neben München auch die Regionalflughäfen Augsburg, Memmingen und Friedrichshafen. Der Luftraum wurde am Abend wieder geöffnet. Für Sichtflüge gab es diesmal nur einige wenige Ausnahmen. 

Einige andere Lufträume in Deutschland waren am Sonntag nach Einstufung der Flugsicherung «potenziell kontaminiert». Dort waren Flüge aber weiter möglich. Nach einem vom Bundesverkehrsministerium festgelegten Plan müssen Airlines dann alle besonderen Vorkommnisse melden und Flugzeuge unverzüglich auf mögliche Schäden untersuchen.

Beeinträchtigungen gab es am Wochenende auch in anderen Ländern Europas sowie auf den Transatlantikstrecken. Österreich schloss die Flughäfen Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien. Die Schweiz sowie Frankreich sperrten ihre Lufträume trotz der Prognosen nicht.

Andere Länder - eigene Messungen

Die Airlines kritisieren derweil die erneuten deutschen Flugverbote als «falsch». Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, hielt die Luftraumsperrungen in Süddeutschland für unbegründet. «Ein Flugverbot darf nicht nur aufgrund von Berechnungen gelten», sagte Mayrhuber. Man wisse doch, dass Partikel, die für das Auge gar nicht erkennbar sind, für Strahltriebwerke auch kein Risiko darstellen.

«Durch Messungen ist zu überprüfen, ob sich diese Annahmen auch bestätige», sagte der Lufthansa-Chef. Die Schweiz habe konkrete Messungen angestellt und sich gegen ein Flugverbot entschieden. «In Frankreich wird auch weitergeflogen», so Mayrhuber. In Deutschland habe es dagegen keine Messflüge gegeben.

 «Wir haben keinerlei hinreichende Beweise vom Deutschen Wetterdienst, was da in der Luft ist», kritisierte auch Air Berlins Pressesprecher Christoph Noack. «Da hat man aus der letzten Krise überhaupt nichts gelernt.» Die Sicherheit habe bei Air Berlin erste Priorität, die Notwendigkeit der Flugverbote sei aber nicht ersichtlich.

EU entwickelt flächendeckendes Messsystem

Die EU-Verkehrsminister hatten sich erst in der letzten Woche auf ein  Messnetzwerk geeinigt. Ende Juni soll das einheitliche europäische Messsystem, bestehend aus den Boden- und Luftmessstationen in den Mitgliedsstaaten, entwickelt werden. Dann sollen die Informationen in Echtzeit an das Vulkanasche-Zentrum VAAC in London übertragen werden.

Den erneuten Sperrungen durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) liegt derweil eine Flugwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für einen Teil des süddeutschen Luftraums zugrunde. Der dem Bundesverkehrsministerium unterstellte DWD stützt sich bei dabei einzig auf die Prognosen des Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London.

Den Prognosen zufolge gelangt Asche des isländischen Vulkans derzeit von den Azoren über Spanien und Frankreich bis in den deutschen Luftraum. Für Montag sagte der Deutsche Wetterdienst weitere Beeinträchtigungen voraus.