Jeder dritte Luftfahrtkonzern hat keine Digitalstrategie

Unter den deutschen Luftfahrtunternehmen hat jedes dritte noch keine Digitalstrategie. Das ergab eine Bitkom-Befragung unter Geschäftsführern und Vorständen. Gefragt wurde auch nach den Gründen, die Innovationen der Konzerne verhindern.

Eine Frau surft mit ihrem Tablet an einem Flughafen. © Luxair Group

Ein Drittel der deutschen Luftfahrtunternehmen hat noch keine Digitalstrategie. Das geht aus einer Umfrage unter mehr als 100 Experten hervor, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA) in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden Vorstände und Geschäftsführer von deutschen Luftfahrtkonzernen.

Immerhin: 41 Prozent haben eine zentrale Strategie für verschiedene Aspekte der Digitalisierung, 27 Prozent verfügen über Teilstrategien. Einig sind sich die Vorstände und Geschäftsführer darin, dass die Digitalisierung eher eine Chance (95 Prozent) als ein Risiko ist (4 Prozent).

Airlines und Airports bauen digitales Angebot aus

Die Digitalisierung spielt auch in der Luftfahrbranche eine immer größer werdende Rolle. So bietet zum Beispiel der Flughafen Frankfurt seinen Kunden eine Shopping-App, außerdem gibt es am Airport mehrsprachige, interaktive Info-Tafeln.

Lufhansa wiederum hat in Berlin sogar einen Innovation Hub, wo Start-Ups entwickelt werden und sucht sich Projekt-Partner im Silicon Valley. Und die niederländische KLM verschickt Check-in-Bestätigungen und Boarding-Pässe auch per Facebook, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

© Airbus, H. Gousse Lesen Sie auch: Airbus will mit Startup-Unternehmen zusammenarbeiten

Bei der Bitkom-Befragung gaben jedoch auch zwei Drittel an, dass die deutschen Luftfahrtunternehmen zu sehr an traditionellen Geschäftsmodellen hängen. Auch fehlendes Kapital für Forschung und Entwicklung (61 Prozent) sowie mangelndes Know-how im Management der Luftfahrtkonzerne (34 Prozent) hemmen demnach die Einführung von Innovationen.

Bei einigen Themen waren sich die Befragten jedoch einig: So glauben fast alle daran, dass der vollautomatische Check-in mit Gepäckautomaten künftig verbreitet sein wird. Außerdem sind sie der Überzeugung, dass Passagiere in ein paar Jahren an Board über einen kostenfreien Internetzugang surfen können.

Von: ch

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