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Airbus-Chef kündigt massiven Stellenabbau an

Bei Airbus werde jeder Stein umgedreht, um Kosten zu sparen. Das kündigte CEO Guillaume Faury jetzt an. Die Flugzeugproduktion soll deutlich gedrosselt und Tausende Stellen abgebaut werden. Eine konkrete Entscheidung soll es Ende Juli geben.

Guillaume Faury © Airbus

Wegen der Corona-Krise wird der europäische Flugzeugbauer Airbus Tausende Stellen streichen. Dabei gehe es um die "notwendige Anpassung an die massiv gesunkenen Produktionszahlen", sagte Konzernchef Guillaume Faury der Zeitung "Die Welt".

Nach seinen Angaben wird Airbus für zwei Jahre die Produktion und die Auslieferungen um 40 Prozent reduzieren. Zuvor sprach der Konzern immer von einer Kürzung von 30 Prozent. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stünden, sagte Faury. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will er nach Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bis Ende Juli verkünden.

Angst vor der zweiten Welle

Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte mit 90.000 Beschäftigten betroffen sind. "Es geht um die notwendige Anpassung an die massiv gesunkenen Produktionszahlen. Es geht darum, unsere Zukunft zu sichern", betonte Faury. Der Airbus-Chef will dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausschließen, zumal sich durch eine zweite Corona-Welle die erhoffte Belebung wieder verschlimmern könnte.

Alle Modelle sollten jedoch weiter gebaut werden, wenn auch "in langsamerem Tempo", sagte der Airbus-Chef. Auch soll trotz der Drosselung des Geschäftes keine Endmontagelinie geschlossen werden. An jedem Standort werde nach Möglichkeiten zur Kostensenkung gesucht. "Wir drehen jeden Stein um".

IG Metall fordert "kollektive Arbeitszeitverkürzung"

Die Gewerkschaft IG Metall schlägt Alarm. "Kurzarbeit alleine reicht nicht aus, um diese Lage zu überbrücken", warnte Jürgen Kerner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Airbus-Aufsichtsrat. Er hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vorgeschlagen, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen - eine "kollektive Arbeitszeitverkürzung" nach dem Vorbild von VW.

"Wir müssen alles tun, um ohne einen harten Personalabbau durch die Krise zu kommen", sagte Kerner. Das Virus dürfe nicht als Vorwand für Einschnitte auf Kosten der Beschäftigten dienen.

Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nach seinen Angaben nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit seien viele fertige Flugzeuge geparkt, da sie von den Airlines wegen der Krise nicht abgenommen würden.

© Flughafen Erfurt GmbH, Lesen Sie auch: Flughafen Erfurt/Weimar wird zum Airbus-Parkplatz

Airbus hatte wegen der Pandemie im ersten Quartal einen Verlust von fast einer halben Milliarde Euro gemacht. Das Minus in den ersten drei Monaten des Jahres belief sich auf 481 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte unter dem Strich noch ein Gewinn von 40 Millionen Euro gestanden.

Der weltweite Flugverkehr ist wegen der Pandemie massiv eingebrochen. Entsprechend weniger neue Maschinen kaufen die Airlines.

Von: br mit afp, dpa-AFX

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