Airbus offenbar kurz vor Startschuss für A350-1000 ULR

Noch 2019 will sich Qantas entscheiden, welches Modell man für den geplanten Direktflug London-Sydney kauft. Die Anzeichen verdichten sich, dass eine Ultralangstrecken-Version der A350-1000 den Zuschlag erhalten könnte.

Ein Airbus A350-1000 in der Konzern-Livery. © Airbus

Airbus steht offenbar kurz davor, die Entwicklung einer Ultralangstreckenvariante der A350-1000 offiziell zu verkünden. Laut dem britischen Luftfahrtportal Aviation Analyst befindet sich das Unternehmen in finalen Gesprächen mit mehreren potenziellen Airline-Kunden für das mit dem Kürzel ULR (Ultra Long Range) versehene Modell.

Die Fluggesellschaften hätten gegenüber Airbus vielfach den Wunsch nach einer ULR-Variante der A350 geäußert, die eine höhere Passagierkapazität hat als die schon verfügbare A350-900 ULR.

Vor zwei Jahren forderte Qantas-CEO Alan Joyce Airbus und Boeing auf, ein Flugzeug zu entwickeln, das 21 Stunden lang fliegen kann und so die Strecke London-Sydney direkt bedienen könnte. Die australische Fluggesellschaft erwog zuletzt sowohl den Kauf eines Airbus A350-1000ULR als auch der Boeing 777-8. Die Entscheidung solle im vierten Quartal 2019 bekannt gegeben werden, bestätigte Joyce kürzlich.

Airbus könnte das passende Flugzeug wohl sehr viel schneller anbieten

Eine A350-1000 ULR wäre wohl einige Jahre eher marktreif als die 777-8, deren Einführung Boeing derzeit auf 2022 oder 2023 terminiert. Allerdings lassen die Probleme bei der 777-9, deren Erstflug bereits mehrmals verschoben wurde, auch diesen Zeitplan wackeln.

Jedoch wäre der Entwicklungsaufwand für eine A350-1000 ULR für Airbus größer als er es bei der A350-900 ULR war. Diese benötigt für ihre Reichweite von 9700 Seemeilen keine zusätzlichen Treibstofftanks gegenüber der Standard-A350-900. Stattdessen wird der bereits in den bestehenden Tanks verfügbare Platz für zusätzliche 6340 Gallonen Treibstoff genutzt.

So viel Platz ist in den Tanks der -1000er nicht mehr frei. Vielmehr müssten sowohl das maximale Startgewicht als auch die Nutzlastkapazität für eine ULR-Version deutlich heraufgesetzt werden, was zusätzliche Strukturverstärkungen nach sich ziehen würde.

Qatar rechnet fest mit einem höheren Abfluggewicht

Für Qatar-Chef Akbar Al Baker sollte Airbus schnellstmöglich die A350-1000 weiterentwickeln: "Airbus hat uns mitgeteilt, dass sie im kommenden Jahr das Abfluggewicht des Musters heraufsetzen wollen." Mit 42 bestellten Maschinen ist die Golf-Airline der größte Kunde des Musters und bis jetzt sehr zufrieden. Das Flugzeug zeichne sich durch eine hohe Dispositionszuverlässigkeit aus. Der Beginn des Flugbetriebes wurde von Qatar Airways, die auch Erstkunde des Programms war, als "der beste Einstiegs-Service, den wir je in einem Airbus-Jet erlebt haben" beschrieben.

Al Baker fügte hinzu: "Sobald Airbus das Höchstabfluggewicht der A350-1000 erhöht hat, wird dieser Jet mit geringerer Kapazität die gleichen Strecken wie die 777X zurücklegen können, auch nach Australien." Das Flugzeug werde so zum idealen A380-Ersatz für Qatar.

© airliners.de, Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Airbus übergibt A350-1000 an die Erstkundin

Von: dk

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