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Produktionslinie der Airbus-Mittelstrecken-Jets in Hamburg-Finkenwerder. © airliners.de / Benjamin Recklies

Rund zwei Wochen nach der coronabedingten Zwangspause nimmt Airbus am Montag seine vierte und modernste Endmontagelinie für A320-Flugzeuge in Hamburg-Finkenwerder wieder in Betrieb. "Das Hygienekonzept für den gesamten Standort wurde mit Blick auf die neuen Erkenntnisse angesichts der Mutationen überprüft und abgenommen", sagte ein Sprecher der dpa.

Vor gut zwei Wochen waren bei Airbus 21 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet und in sieben Fällen war die infektiösere britische Mutation festgestellt worden. 500 Beschäftigte wurden daraufhin in Quarantäne oder häusliche Isolation geschickt, die Produktion an der vierten Montagelinie eingestellt.

"Unsere Beschäftigten kehren nach Absprache mit ihrem jeweils zuständigen Gesundheitsamt wieder zurück an ihren Arbeitsplatz", sagte der Sprecher. Airbus habe sich darüber hinaus dazu entschieden, allen aus der Quarantäne oder häuslichen Isolation zurückkehrenden Mitarbeitern anzubieten, sich freiwillig vor Arbeitsantritt testen zu lassen.

Auf die Produktion selbst habe der Stillstand bei der vierten Endmontagelinie keinen Einfluss gehabt, sagte der Sprecher. Die wegen der Corona-Pandemie ohnehin auf monatlich 40 Maschinen reduzierte Montage der Flugzeuge der A320-Familie habe auf die anderen Linien verteilt werden können. Mit mehr als 12.000 Beschäftigten ist Airbus der größte industrielle Arbeitgeber Hamburgs.

Langsame Produktionssteigerung

Airbus hat sich dazu entschlossen, die Produktion von Schmalrumpfflugzeugen langsamer zu erhöhen als bisher geplant. Die Produktionsraten der A320-Familie würden als Reaktion auf das Marktumfeld angepasst, teilte der Hersteller Ende Januar mit.

So sei nun vorgesehen, die monatliche Anzahl neu gebauter Exemplare von derzeit 40 auf 43 im dritten Quartal und 45 im vierten Quartal 2021 zu erhöhen. "Dieser jüngste Produktionsplan stellt einen langsameren Hochlauf dar als die zuvor geplanten 47 Flugzeuge pro Monat ab Juli", so Airbus.

Auch bei den Großraumflugzeugen wird eine geplante Ratenerhöhung für die A350 auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Vorerst soll es bei fünf neuen A350 und zwei neuen A330 pro Monat bleiben. Einzig bei der A220-Produktion werden die Pläne nicht abgeändert: Mit Ende des ersten Quartals werde die Fertigungsrate planmäßig von vier auf fünf Flugzeuge pro Monat steigen.