Airbus fährt Produktion in Frankreich und Spanien wieder hoch

Airbus nimmt die Produktion in Frankreich und Spanien langsam wieder auf. Gleichzeitig streicht Airbus die Dividende und fordert Unterstützung für die Branche vom Staat, besonders für die Zulieferer.

A350-Montage in Toulouse. © Airbus

Nach viertägigem Stillstand wegen der Corona-Pandemie nimmt der europäische Flugzeughersteller Airbus am Montag seine Produktion in Frankreich und Spanien teilweise wieder auf.

In den vergangenen Tagen seien in den Anlagen Hygiene-Maßnahmen vorgenommen worden, um die "Gesundheit und Sicherheit" der Beschäftigten sicherzustellen, erklärte der Konzern am Sonntag. Die Produktion laufe nur in jenen Bereichen wieder an, die den Hygiene-Standards entsprächen und wo es ausreichend Abstand zwischen den Beschäftigten gebe.

© Airbus, H. Goussé/master films Lesen Sie auch: Viertägiger Produsktionsstop bei Airbus in Frankreich und Spanien

Mit den Hygiene-Maßnahmen setzte der Flugzeughersteller Auflagen und Empfehlungen der Regierungen in Frankreich und Spanien um. In Frankreich beschäftigt Airbus rund 48.000 Menschen. Die Produktion findet hauptsächlich am Stammsitz im westfranzösischen Toulouse statt. In Spanien gibt es 2700 Mitarbeiter mit einer Fertigung in Sevilla. Spanien und Frankreich gehören zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa.

Die Airbus-Standorte in anderen Ländern, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Kanada, den USA und China, waren davon nicht betroffen gewesen. Das Airbus-Werk in Tianjin, das nach dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China geschlossen worden war, hat nach Angaben des Unternehmens aber bereits im Februar die Produktion wieder aufgenommen.

Airbus streicht Dividende

Der Konzern stockte seine Finanzmittel mit einem milliardenschweren Kredit auf und strich für das vergangene Jahr die Dividende. Zudem zog Airbus die Prognose für dieses Jahr zurück. Die Maßnahmen dienten der Zukunftsfähigkeit des Konzerns, sagte Airbus-Vorstandschef Guillaume Faury am Montag in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz zu dem Finanzpaket in Toulouse. Die Maßnahmen seien auch dazu da, um Zeit und Planbarkeit zu gewinnen.

Mit einer neuen Kreditlinie über 15 Milliarden Euro sichert sich Airbus demzufolge weitere Liquidität. Die einbehaltene Dividende entlaste um ungefähr 1,4 Milliarden Euro. Zudem werde die freiwillige Erhöhung beim Pensionsfonds ausgesetzt. Derzeit verfüge das Unternehmen damit über ungefähr 30 Milliarden Euro an Liquidität.

Zudem fordert der Flugzeugbauer eine "starke Unterstützung" der Airlines durch die Staaten. Die Fluggesellschaften seien direkt betroffen, beispielsweise durch Reisebeschränkungen, so Faury weiter.

"Wir ersuchen keine direkte Hilfe der Regierungen für Airbus", fügte Faury hinzu. Unterstützung für Zulieferer, die in Schwierigkeiten gerieten, sei aber sinnvoll. "Das ist eine sehr komplizierte Branche", sagte Faury. Ein Flugzeug habe bis zu 500 .000 Einzelteile.

Von: afp, dpa-AFX, br

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