Airbus stellt Demonstrator für neues Flugzeug-Design vor

Mit einem Verkehrsflugzeug ausgelegt als "Blended Wing Body" ließen sich laut Airbus bis zu 20 Prozent Treibstoff sparen. Ein Demonstrator soll nun unter anderem in Erfahrung bringen, wieviel Achterbahnfeeling für die Passagiere das neue Design bedeuten würde.

Airbus Technologie-Demonstrator "Maveric" ©Airbus

Airbus hat auf der Singapur Airshow einen Technologie-Demonstrator namens Maveric öffentlich vorgestellt. Das flugfähige Modell ist als "Blended Wing Body" ausgeführt, ein Design für Fluggeräte, von dem sich Airbus langfristig eine Treibstoffersparnis von bis zu 20 Prozent gegenüber der herkömmlichen Flugzeug-Auslegung verspricht.

Der europäische Flugzeugbauer führte seit dem vergangenen Jahr in Mittelfrankreich Flugtests dem 3,2 Meter breiten Modell durch. Blended-Wing-Body-Flugzeuge haben einen abgeflachten Rumpf, dessen Form fließend in die Flügel übergeht. Das Modell von soll noch bis Mitte 2020 getestet werden. An ihm sollen unter anderem Fragen des Antriebs und des Kabinenaufbaus untersucht werden.

Das Konzept eines "Blended Wing Body"-Designs gibt es seit den 1940er Jahren. Es führte zur Entwicklung des US-Bombers B-2. Die Steuerung der Flugzeuge ist komplexer als die herkömmlicher Tiefdecker, erzeugt aber weniger Luftwiderstand und sind daher effizienter und somit auch klimaschonender zu fliegen.

"Wir glauben, dass es jetzt höchste Zeit ist, diese Technologie weiter voranzutreiben und zu untersuchen, was sie uns bringt", sagte Jean-Brice Dumont, Executive Vice President of Engineering bei Airbus, gegenüber Reportern. "Wir brauchen bahnbrechende Ansätze, um die Umweltherausforderungen zu meistern."

Eine ungelöste Frage: Fenster oder Videobildschirme in der Kabine?

Es gehe um die nächste Generation von Flugzeugen; wofür Airbus alle schlüssigen Konzepte untersuchen wolle. Es jedoch noch zu früh um zu sagen, ob Airbus das "Blended Wing Body"-Design bis zu einer Marktreife in den 2030er Jahren weiterentwickele.

Wichtige Themen für Airbus in der derzeitigen Phase sind Fragen der Praktikabilität, wie die Möglichkeiten der Integration des neuen Flugzeugdesigns in die bestehenden Flughafenabläufe oder den Aufbau der Kabine. So sei laut Airbus eine ungelöste Frage, ob ein solches Flugzeug Fenster haben oder Videobildschirme verwenden würde, um den Passagieren ein Gefühl für ihre Umgebung zu vermitteln.

Ein weiteres Thema, ist der Umgang mit dem Gefühl der Bewegung für die Passagiere. Da sie im Vergleich zu klassischen "Röhre-mit-Flügeln-Modellen" weiter vom Zentrum des Flugzeugs entfernt sitzen würden, würden sie sich beim Rollen des Flugzeugs um die Längsachse weiter bewegen, wodurch auch höhere Kräfte auf sie wirken würden. Viele Kurven würden mehr Achterbahn-Feeling bedeuten.

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Von: dk

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