Airbus senkt Auslieferungsziel aber verdient mehr Geld

Wegen Problemen beim Hochfahren der A321-Neo-Produktion senkt Airbus das Auslieferungsziel für dieses Jahr. Gleichzeitig steht der Konzern nach den ersten neun Monaten finanziell gut da.

Ein Airbus A321-LR mit "Zorro-Maske". © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Flugzeugbauer Airbus streicht wegen Problemen beim Bau des Mittelstreckenjets A321 Neo seine Auslieferungspläne für das laufende Jahr. Statt 880 bis 890 Verkehrsflugzeuge werde das Unternehmen voraussichtlich nur rund 860 Maschinen an die Kunden ausliefern, teilte Airbus bei der Vorlage der Quartalszahlen in Toulouse mit.

Hintergrund sind Schwierigkeiten beim Hochfahren der Produktion der A321-Neo mit einer neuen Kabinenausstattung, über die der Hersteller bereits im Sommer berichtet hatte. Der Einbau der neuartigen Kabinenausstattung des Fliegers dauere deutlich länger als bei der herkömmlichen Version, erläuterte Faury in einer Telefonkonferenz. Die Airbus Cabin Flex (ACF) genannte Kabinenvariante schafft in der längeren Flugzeugversion A321 Neo Platz für noch mehr Passagiere. Um die Produktion der Jets weiter hochzufahren, baut Faury verstärkt auf den Einsatz von Robotern. Die Umstellung sorgt aber erst einmal für Verzögerungen.

Airbus will ab dem Jahr 2021 monatlich 63 Maschinen der A320-Familie fertigstellen, die durch die modernisierte und weniger spritdurstige Neuauflage A320neo einen immensen Nachfrageschub erhalten hat.

Airbus erhielt in den vergangenen Monaten Bestellungen für 127 Flugzeuge. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 256 Maschinen. Allerdings belief sich der Auftragsbestand zum 30. September 2019 auf 7.133 Zivilflugzeuge.

Airbus vor Boeing

Im vergangenen Jahr lieferte Airbus genau 800 Flugzeuge aus und musste sich Boeing geschlagen geben. Die US-Amerikaner konnten 2018 genau sechs Verkehrsflugzeuge mehr ausliefern als die der europäische Konkurrent. In diesem Jahr wird Airbus vor Boeing landen. Aufgrund der 737-Max-Krise kann der US-Hersteller sein Brot-und-Butter-Flugzeuug nicht ausliefern. In der Folge hatte Boeing in den ersten sechs Monaten des Jahres nur 239 Flugzeuge an Kunden übergeben können.

Erst gestern (29.10.) wurde öffentlich, dass Airbus vom indischen Billigflieger Indigo einen Auftrag über 300 Flugzeuge der A320-Neo-Familie erhalten hat. Der Auftrag hat nach Listenpreisen einen Gesamtwert von rund 30 Milliarden Euro. Damit profitiert Airbus deutlich von der Boeing-737-Max-Krise. So könnte bis Jahresende die A320-Familie einen neuen Rekord bei den Neubestellungen hinlegen.

© Airbus 2010, Fixion Lesen Sie auch: Airbus bekommt 30-Milliarden-Auftrag über 300 A320 Neo

Obwohl der Umsatz im dritten Quartal mit 15,3 Milliarden Euro rund ein Prozent niedriger ausfiel als ein Jahr zuvor, konnte Airbus seinen Gewinn steigern. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) stieg um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Überschuss wuchs um drei Prozent auf 989 Millionen Euro. Analysten hatten hingegen mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Im Gesamtjahr soll das bereinigte Ebit dem Management zufolge weiterhin wie geplant um etwa 15 Prozent zulegen.

Von: br, dpa

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