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Endmontage einer A320 in Hamburg. © dpa

Der europäische Flugzeugbauer Airbus erweitert sein Werk in Hamburg. Dort soll eine vierte Endmontagelinie für die A320-Familie entstehen, wie das Unternehmen jetzt mitteilte. Wegen der Auftragsflut für den Flugzeugtyp will Airbus in seinen Werken von Mitte 2019 an monatlich 60 Flugzeuge fertigen, bislang war ein Ausbau der Rate auf 50 Flieger im Jahr 2017 beschlossen. Derzeit baut Airbus etwa 42 der beliebten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge pro Monat.

Mit zusätzlichen Arbeitsplätzen kann die Hansestadt jedoch nicht unbedingt rechnen, denn Airbus verlagert einen Teil der Innenausstattung nach Frankreich. Die in Toulouse hergestellten Jets der A320-Familie bekommen ihre Innenausstattung künftig direkt vor Ort. Bisher werden sie dafür extra nach Hamburg geflogen.

Was das genau für die Mitarbeiter an der Elbe bedeutet, wollte Airbus noch nicht sagen. "Konzernweit wird die Zahl der Beschäftigten jedenfalls steigen", sagte Finanzchef Harald Wilhelm.

In Hamburg-Finkenwerder hat Airbus sein größtes deutsches Werk. Der Standort war schon bei der Flugschau in Le Bourget im Juni für eine Produktionsausweitung im Gespräch.

Das Airbus-Werk in Hamburg

Das Hamburger Werk in Finkenwerder mit mehr als 10.000 Beschäftigten ist das größte von Airbus in Deutschland. Für die Mitglieder der A320-Flugzeugfamilie - von der A318 bis zur A321 - werden hier nicht nur Teile produziert. Es gibt auch drei Endmontagelinien. Monatlich werden in Hamburg derzeit 22 Exemplare der A320-Familie gefertigt. Auch an anderen Airbus-Programmen wie der A380 ist Hamburg beteiligt.

Von keiner Flugzeugfamilie hat Airbus bisher mehr verkauft als von der A320-Familie. Nach Konzern-Angaben wurden seit der Einführung dieser Modelle mehr als 12.200 Maschinen bestellt und 6700 ausgeliefert. Die modernisierte Version A320neo will Airbus Ende des Jahres erstmals ausliefern.

Dank gestiegener Flugzeugauslieferungen und des starken Dollars hatte Airbus im dritten Quartal den Nettogewinn um 42 Prozent auf 376 Millionen Euro steigern können. In den ersten neun Monaten des Jahres verbuchte der Flugzeugbauer unterm Strich fast zwei Milliarden Euro Gewinn - 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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