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5000 Jobs in Deutschland gefährdet: IG Metall sieht Airbus im "Blindflug"

Airbus will im Zuge der Corona-Krise rund 5000 Jobs in Deutschland abbauen. Besonders hart trifft es die Standorte im Norden der Republik. Die IG Metall schlägt Alarm.

Ein Airbus A350 XWB fliegt bei einem Testflug über den Flughafen Hamburg-Finkenwerder, beobachtet von Airbus-Mitarbeitern. © dpa / Airbus B. Lange

Der geplante Stellenabbau beim Flugzeugbauer Airbus trifft den Norden Deutschlands hart. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sollen 2325 Stellen wegfallen, wie Airbus am Freitag der dpa bestätigte.

In Bremen geht es demnach um 445, in Stade um 365 und an weiteren Standorten um 40 Stellen. Damit könnten im Norden 3175 Jobs gestrichen werden. Noch im vergangenen Jahr war am Standort Hamburg die Zahl der Mitarbeiter um 1000 auf knapp 14.000 aufgestockt worden.

Kein Bereich bliebt verschont

Laut NDR hatte die Geschäftsführung am Donnerstag erstmals seit Bekanntwerden der Kürzungspläne mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen. Arbeitsdirektor Marco Wagner habe dabei die Zahlen genannt. Wagner sprach dabei laut NDR von der schwersten Krise der Luftfahrtgeschichte.

Kein Bereich bei Airbus werde verschont, so der Arbeitsdirektor. Nach der Krise werde Airbus wahrscheinlich insgesamt ein kleineres Unternehmen sein.

Die Gewerkschaft IG Metall Küste kritisierte am Freitag den "Blindflug" des Unternehmens. "Statt mit dem Betriebsrat und der IG Metall nach Lösungen zu suchen, will das Unternehmen mit der Brechstange Arbeitsplätze abbauen. Das ist mit uns nicht zu machen", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich.

Statt des Kahlschlags solle das Unternehmen lieber eine Perspektive für die Beschäftigten entwickeln. Durch den nicht konjunkturell bedingten Stellenabbau könne Airbus den Anschluss an die Zukunft verlieren. "Wenn die Produktion wieder hochgefahren wird, werden sie gebraucht", so Friedrichs. Die Gewerkschaft plant für den 8. Juli öffentliche Aktionen wie Kundgebungen und Demonstrationen an den Standorten Hamburg, Stade, Bremen, Nordenham und Varel.

Airbus mach Druck auf Bundesregierung

Airbus hatte zuletzt Druck auf die Bundesregierung gemacht. Wenn das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre verlängert werde, könne Airbus in Deutschland 1500 der 5100 gefährdeten Jobs in der Verkehrsflugzeugsparte erhalten, hatte Produktionschef Michael Schöllhorn gesagt. Staatliche Forschungsgelder für die Entwicklung umweltfreundlicherer Flugzeuge könnten weitere 500 Stellen sichern.

© dpa, Karl-Josef Hildenbrand Lesen Sie auch: Airbus-Chef stellt Bedingungen für Erhalt von Jobs in Deutschland

Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen, wie Airbus am Dienstagabend mitgeteilt hatte. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden. Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten.

Von: dpa-AFX, br

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