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Computergrafik des Airbus A320neo in den Farben der Indigo © Airbus 2010 / Fixion

Mitten in der Krise des US-Flugzeugbauers Boeing hat der europäische Konkurrent Airbus einen Riesenauftrag aus Indien eingesackt. Der indische Billigflieger Indigo orderte 300 Flugzeuge der Modellfamilie A320 Neo, wie beide Unternehmen am Dienstag in Toulouse und Neu-Delhi mitteilten. Die Airbus-Aktie hat auf die Nachricht hin einen Sprung gemacht und liegt auf Tagessicht 2,3 Prozent im Plus.

Unter den Jets, die im Grundsatz für Kurz- und Mittelstreckenflüge ausgelegt sind, befindet sich neben Maschinen der Versionen A320 Neo und A321 Neo auch die Langstrecken-Version A321 XLR, deren Bau Airbus im Juni auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris angekündigt hatte.

Der Auftrag ist einer der größten in der Geschichte des Flugzeugbauers. Ausgehend von der Standardversion A320 neo, die auf der Preisliste mit 110,6 Millionen US-Dollar aufgeführt ist, könnte die Bestellung einen Gesamtwert von mehr als 33 Milliarden Dollar (rund 29,8 Milliarden Euro) erreichen. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte üblich - vor allem bei Großaufträgen.

Indigo war bereits zuvor großer Airbus-Kunde. Die Airline baut ihr Geschäft und ihre Flotte kräftig aus. Insgesamt habe die Gesellschaft jetzt 730 Maschinen aus der A320 Neo-Familie geordert, hieß es. Sie betreibe derzeit 128 herkömmliche A320-Jets sowie 97 Exemplare in der auf weniger Spritverbrauch getrimmten Neuauflage A320 Neo.

Entscheidung über Antriebe noch nicht getroffen

Die Entscheidung über den Triebwerkstyp für die jetzt bestellten 300 Jets steht noch aus. Bei der A320-Neo-Reihe können die Kunden zwischen dem Leap-Triebwerk des zu General Electric und Safran gehörenden amerikanisch-französischen Herstellers CFM sowie dem Getriebefan-Antrieb der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney auswählen, an dem auch der Münchner Triebwerksbauer MTU mitarbeitet.

Unterdessen kämpft der Airbus-Rivale Boeing aus den USA weiter mit dem Flugverbot für sein Konkurrenzmodell 737 Max. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten dürfen die Mittelstreckenjets des Typs seit März weltweit nicht mehr starten. Auch die Auslieferungen sind gestoppt.

Boeing hofft zwar weiterhin, dass die 737 Max noch in diesem Jahr wieder in Betrieb gehen kann. Damit ist der Hersteller aber optimistischer als die großen US-Fluggesellschaften, die den Krisenjet in der Flotte haben. Ob und wann die US-Luftfahrtbehörde FAA und internationale Aufseher die Unglücksmaschinen wieder abheben lassen, ist derzeit unklar. Zuletzt gab es Spannungen zwischen Boeing und der FAA, die den Prozess weiter bremsen könnten.

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