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Air France bestätigt Stellenstreichungen

Jetzt ist es amtlich: Air France streicht wegen der Corona-Krise mehr als 7500 Stellen - trotz Staatshilfen rund die Hälfte davon über Entlassungen. Frankreich knüpft die Unterstützung an eine gesteigerte Rentabilität eine deutlich bessere CO2-Bilanz.

Ein Leitwerk einer Air-France-A380 wird inspiziert. © Air France

Die Fluggesellschaft Air France will bis Ende 2022 wegen der Luftfahrtkrise rund 7500 Stellen streichen. Das betreffe 6560 Stellen bei Air France selbst, wie die Airline nun mitteilte. Hinzu kämen 1020 Stellen bei der Regionalfluggesellschaft Air France Hop.

Angesichts der "erheblichen und dauerhaften Verschlechterung" des Marktes müsse sich Air France "schnell umstellen und neu aufbauen", erklärte der Chef der Fluggesellschaft, Pierre-Olivier Bandet, zum geplanten Stellenabbau.

Durch viele altersbedingte Abgänge werde der Abbau aber abgefedert - bei Air France werde "mehr als die Hälfte dieses Stellenabbaus dank einer günstigen Alterspyramide ausgeglichen." Bei Hop bleibt der Überschuss aber dennoch recht hoch.

Hop hat nach Angaben der Airline derzeit 2420 Arbeitsplätze, Air France 41.000. "Drei Monate lang gingen die Aktivitäten und Einnahmen von Air France um 95 Prozent zurück, und auf dem Höhepunkt der Krise verlor die Fluggesellschaft 15 Millionen Euro pro Tag", hieß es in einer Mitteilung mit Blick auf die Corona-Krise. So prognostiziert Air France, dass die Airline vor 2024 nicht das gleiche Aktivitätsniveau wie im Jahr 2019 erreichen werde.

Staatshilfe nur gegen Kurzstreckenverbot

Bereits Ende Juni hatte die Gewerkschaften die Pläne zur Stellenstreichung publik gemacht. Der französische Staat unterstützt die Airline unter anderem mit sieben Milliarden Euro Kredithilfen. Diese versetzten das Unternehmen in die Lage, die Krise kurzfristig zu überstehen und gingen mit starken Verpflichtungen zur Sicherung ihrer Nachhaltigkeit einher, so Air France.

Der Staat knüpft die Finanzhilfen jedoch an eine gesteigerte Rentabilität und verlangt eine deutlich bessere CO2-Bilanz. So sollen etwa Kurzstreckenverbindungen in Frankreich aufgegeben werden, wenn es eine Bahn-Alternative mit einer Reisezeit von maximal zwei Stunden gibt.

© dpa, Robin Van Lonkhuijsen/ANP Lesen Sie auch: Air France-KLM erhält Unterstützung von rund zehn Milliarden Euro

Die niederländische Partner-Airline KLM Royal Dutch Airlines hat sich einen staatlichen Kredit in Höhe von 3,4 Milliarden Euro gesichert. Air France-KLM erhält damit als Konzern staatliche Unterstützungen von zusammen rund zehn Milliarden Euro.

Von: dh mit dpa, AFP

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