Finanzchef führt übergangsweise Air France/KLM

Air France/KLM stellt ihre Interimsführung vor. Chef wird der bisherige Finanzchef Gagey. Zudem wird eine ehemalige französische Staatssekretärin neue Verwaltungsratschefin.

Frédéric Gagey ist bisheriger Finanzchef bei Air France/KLM. © Air France

Der französisch-niederländische Konzern Air France/KLM hat seine Interimsführung bekannt gegeben. Übergangsweise wird der bisherige Finanzchef Frédéric Gagey die Airline-Gruppe führen, wie aus einer Erklärung des Konzerns hervorgeht. Als Stellvertreter sollen ihm der Chef von Air France, Franck Terner, und sein Kollege von KLM, Pieter Elbers, zur Seite stehen. Alle drei sollen ihre bisherigen Aufgaben parallel weiterführen.

Zudem wurde ehemalige französische Staatssekretärin Anne-Marie Couderc zur vorläufigen Verwaltungsratschefin berufen. Zuletzt leitete sie die Pressevertriebsgesellschaft Presstalis. Die Änderungen treten mit dem Ende der Hauptversammlung am heutigen Dienstag (15. Mai) in Kraft.

Jean-Marc Janaillac im Tarifstreit zurückgetreten

Der Führungswechsel wurde notwendig, weil der bisherige Konzernchef Jean-Marc Janaillac im Tarifstreit mit der Belegschaft seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Mitarbeiter von Air France lehnten seinen Kompromissvorschlag zur Lösung des Tarifstreits ab.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Air-France-Chef tritt im Streit um Tariferhöhung zurück

Die Mitarbeiter der Airline streiken seit Februar für mehr Geld, ein Ende des kostspieligen Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr. Der französische Staat hält gut 14 Prozent des Kapitals an Air France/KLM.

Streiks kosten Millionen

Die Aktie des Konzerns hatte angesichts der Führungskrise in den vergangenen Tagen deutlich an Wert verloren. Analysten sehen in der Abstimmung einen schweren Rückschlag bei der Sanierung der französischen Sparte Air France. Die tagelangen Streiks der Mitarbeiter dürften den operativen Gewinn des Konzerns nach bisherigen Berechnungen in diesem Jahr mit mindestens 300 Millionen Euro belasten

Von: br, dpa-AFX

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