Air France und KLM sollen enger zusammenarbeiten

Der Luftfahrtkonzern Air France/KLM will eine engere Verzahnung von Air France und KLM und passt dafür die Strukturen an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es derweil einen deutlichen Gewinn.

Benjamin Smith (2.v.l), CEO von Air France/KLM, und Pieter Elbers (2.v.r), Präsident und CEO von KLM. © dpa / Michel Euler/AP/dpa

Schon seit 2004 bilden Air France und KLM die gemeinsame Airlinegruppe Air France/KLM. Jetzt sollen die zwei Fluggesellschaften besser zusammenarbeiten. So werden ab sofort auch strategische Entscheidungen unter anderem über die Flotten- und Netzwerkplanung gemeinsam getroffen, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Bisher hatte sich Beobachtern zufolge vor allem KLM gegen diesen Schritt gewährt, da man um die Unabhängigkeit der Airline fürchtete. Ein Rauswurf von KLM-Chef Pieter Elbers scheiterte aber an seiner großen Rückendeckung in der Belegschaft. Aus niederländischer Sicht ergeben sich die Probleme in der Gruppe vor allem aus den lange anhaltenden Unruhen bei Air France.

Um den Managementstreit zwischen Franzosen und Niederländern aufzuhalten, beschloss der Air France/KLM-Aufsichtsrat nun eine Änderung der Unternehmensstruktur. Künftig werde es ein übergeordnetes Board geben, das aus dem Konzernchef, den CEOs der beiden Konzern-Airlines sowie dem Air-Framce-Finanzchef bestehen wird. Aufgabe sei es, die Zusammenarbeit auf Gruppenebene zu verstärken. Neben operativen Entscheidungen solle es dabei auch um die Bereiche Personal, Einkauf, IT und Marketing gehen.

Gruppe konzentriert sich auf Kernmarken

Der erst sein kurzem agierende kanadische Konzernchef Benjamin Smith kündigte zudem eine Konzentration auf die Kernmarken von Air France/KLM an. Bereits im Januar wurde die erst 2017 geschaffenen "Lifestyle-Airline" Joon wieder eingestellt. Auch die Air-France-Regionaltochter Hop wird nun umstrukturiert. Transavia soll weiterhin als Billigflieger bestehen.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Air France bereinigt Airline-Portfolio weiter

Smith hatte im September den Chefposten bei Air France/KLM übernommen. Er folgte damit auf den Franzosen Jean-Marc Janaillac, der vor dem Hintergrund eines Gehaltsstreits mit französischen Gewerkschaften zurückgetreten war.

Gruppe weit besseres Ergebnis aus

Air France/KLM hat trotz eines turbulenten Sommers mit Chefwechsel und verschiedenen Streiks im abgelaufenen Jahr mehr verdient. Zudem belasteten die steigenden Treibstoffkosten. Unter dem Strich blieb 2018 dennoch ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 409 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als noch ein Jahr zuvor (163 Millionen), wie die französisch-niederländische Airlinegruppe am Mittwoch mitteilte. Allerdings waren 2017 hohe Einmalkosten angefallen.

Zu dem guten Ergebnis hätten auch Kosteneinsparungen beigetragen. Zudem konnte Air France/KLM den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dank gestiegener Ticketpreise und besser ausgelasteter Flugzeuge um 2,5 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro steigern.

Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn ging fast ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Dabei konnte die Lufthansa-Konkurrentin die kräftig gestiegenen Treibstoffkosten noch teilweise wettmachen. Doch schon für 2019 erwartet der neue Vorstandschef Benjamin Smith einen Anstieg der Treibstoffkosten um 650 Millionen auf 5,6 Milliarden Euro.

Von: br, dh mit Material von dpa

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