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Gruppenfoto vor dem Airbus A380 © Dr. Peters Gruppe
A380 von Air France in Dresden © Dresden Airport / Michael Weimer

Es war schon länger spekuliert worden, nun wurden die Fakten verkündet: Air France stellt den Betrieb aller ihrer Airbus A380 bis 2022 ein. Das beschloss der Konzernvorstand der Muttergesellschaft Air France/KLM auf einem Meeting zur künftigen Flottenstrategie, wie das Unternehmen jetzt mitteilt.

Die Entscheidung, drei der zehn Airbus-Flaggschiffe auszumustern, die Air France momentan betreibt, war bereits vor Längerem gefallen, nun ist auch der Abschied der restlichen sieben Maschinen beschlossene Sache.

Hoher Verbrauch und alte Kabine

Nach Angaben von Air France/KLM schränkt das herausfordernde Wettbewerbsumfeld die Möglichkeiten ein, die A380 profitabel zu betreiben. Im Vergleich mit Langstreckenmaschinen der neuen Generation brauche der Airbus A380 durch seine vier Motoren 20 bis 25 Prozent mehr Kerosin pro Sitz und stoße dementsprechend mehr CO2 aus.

Die mit dem Alter steigenden Wartungskosten würden die ökonomische Attraktivität weiter senken. Wegen der Anforderungen der Kunden an die Kabine müssten eigentlich so genannten Refurbishments auf der Teilflotte durchgeführt werden, was bis zu 35 Millionen Euro pro Flugzeug kosten würde. Hinzu kämen anstehende große Wartungsereignisse, die für jedes Flugzeug Kosten in Höhe von 85 Millionen Euro bedeuten würden.

Der Airline-Konzern strebe mit der Ausflottung zudem eine homogenere Flottenstruktur an. Die Flotte von Air France müsse wettbewerbsfähiger werden, heißt es. Aus all diesen Gründen würde es hohe Kosten nach sich ziehen, den Riesen-Airbus weiter zu betreiben, hieß es in der Unternehmensmitteilung. Nach Informationen von CH-Aviation beträgt das durchschnittliche Alter aller Maschinen von Air France aktuell 13,6 Jahre. Die A380-Teilflotte ist mit 8,6 Jahren deutlich jünger.

Wettbewerbsfähigkeit durch einheitliche Flotten

Air France/KLM prüfe nun Optionen, die A380-Flotte durch neue Flugzeuge zu ersetzen. Als Ersatz für die großen A380 kommen neben dem größten Zweistrahler Boeing 777X auch die kleineren zweimotorigen Langstreckenmuster Boeing 787-9 oder Airbus A330-900 Neo sowie A350-900 in Frage.

Die letzten drei nannte Smith laut Flight Global bereits als möglichen Ersatz. Air France betreibt bereits neun 787-9 und soll im kommenden Mai einen weiteren "Dreamliner" erhalten. 21 Airbus A350-900 sind außerdem fest bestellt, die ab September ausgeliefert werden sollen.

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KLM hat sieben A350-900 bestellt, diese Bestellung ist aber auf Air France umgeschrieben worden, wie der Konzern im Juni mitteilte. Im Gegenzug werden sechs Boeing 787, die ursprünglich für Air France bestellt wurden, nun an die Niederländer geliefert. Damit sollen beide Airlines eine möglichst ähnliche Flotte bekommen.

Air France/KLM-CEO Smith sagte zu den Entscheidungen, sie unterstützten die Strategie der Gruppe, die Flotte wettbewerbsfähiger zu machen. "Diese Entwicklung der Air-France-Flotte unterstreicht die Entschlossenheit unserer Gruppe, die europäische Airline-Führerschaft zu übernehmen," so Smith weiter.

60 Airbus A220 bestellt

Gleichzeitig mit der Ausmusterung des größten Airbus hat Air France/KLM den Kauf von 60 Airbus A220-300 sowie Optionen über weitere 60 Maschinen desselben Typs bekannt gegeben. Die Flugzeuge sollen ab September 2021 ausgeliefert werden und alle bei Air France zum Einsatz kommen.

Die Airline wird ihre A220-300 mit 149 Sitzen bestücken. Die neuen Maschinen ersetzen alternde A318 und A319 und sollen die Kosten pro Sitz im Vergleich mit ihren Vorgängern um über zehn Prozent senken.

A380 fliegt auch bei anderen Airlines langsam raus

Air France ist nicht die einzige Airline, die den Airbus A380 kritisch beäugt. So will auch Lufthansa ihre A380-Flotte reduzieren. Die Airline erneuert ihre Langstreckenflotte und hat angekündigt, sechs der 14 Maschinen in den Jahren 2022 und 2023 zu einem ungenannten Preis an den Hersteller Airbus zurückzugeben. Die Reduzierung der Teilflotte auf dann nur noch acht Maschinen sei aus wirtschaftlichen Gründen gefallen, hieß es vom Kranich.

Die Golf-Airline Emirates, mit derzeit 112 Flugzeugen (Quelle: CH Aviation) der größte Betreiber des Doppeldeckers, plant für ihre Zukunft auch mit kleineren Flugzeugen. Emirates hatte ihre A380-Orders von 162 auf 123 Maschinen zusammengestrichen und damit das Ende des Programms eingeläutet. Stattdessen bestellten die Araber gleichzeitig 30 Airbus A350-900 sowie 40 kleinere A330-900 bei Airbus.

© AirTeamImages.com, Paul Marais-Hayer Lesen Sie auch: Das sind die Reaktion auf das A380-Aus

Der dritte große europäische A380-Betreiber neben Air France und Lufthansa, British Airways, hat bislang keine Ausflottung des großen Airbus angekündigt. Die Flotte ist allerdings mit durchschnittlich 5,3 Jahren (Quelle: CH Aviation) auch noch relativ jung.

Neben Lufthansa, Air France und British Airways betreibt in Europa auch die Wet-Lease- und Charter-Airline Hi Fly aus Portugal eine A380. Im Bedarfsgeschäft ist das Flugzeug den Angaben nach erfolgreich unterwegs. Die Hi-Fly-Maschine fliegt dabei für verschiedene Airlines und ist momentan bei der venezolanischen Fluggesellschaft Estelar Latinoamerica im Einsatz.

© AirTeamImages.com, Simon Willson Lesen Sie auch: Das Comeback der A380 im Leasing Hintergrund

Airbus hatte im Februar das Ende der Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 für das Jahr 2021 angekündigt. Das Programm hatte dem Hersteller vorher schon länger große Sorgen bereitet, da in den Vorjahren kaum Bestellungen reingekommen waren. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

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