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Bodenabfertigung einer Boeing 737-500 © airteamimages.com / SilverWingPix

Der Flughafendienstleister Aviation Handling Services (AHS) ist aus dem Arbeitgeberverband AVH ausgetreten. Das Unternehmen habe aus ökonomischer Not die Reißleine ziehen müssen, teilte der Geschäftsführer der Arbeitsrechtlichen Vereinigung Hamburg (AVH), Urban Sieberts, auf Anfrage mit. Ein neuer Tarifvertrag habe die Aufstockung von Kurzarbeitergeld auf bis zu 95 Prozent vorgesehen, das sei für den AHS nicht leistbar gewesen.

In diesem Zusammenhang verwies der AVH-Chef auf die coronabedingte Situation an Flughäfen wie in Hamburg, wo kaum noch Passagiere und Flugzeuge abgefertigt würden. Hierfür sind in der Hansestadt rund 500 AHS-Mitarbeiter zuständig.

Verdi befürchtet langfristig vollständigen abschied vom Tarifvertrag

Die Gewerkschaft Verdi und der AHS-Betriebsrat befürchten nach dem Austritt den Verlust von Arbeitsplätzen. Die Mitarbeiter seien sehr besorgt um ihre Existenzgrundlage, teilte die Betriebsratsvorsitzende Britta Fengler mit. "Als Betriebsrat erwarten wir, dass die Stadt wie auch der Flughafen alles unternimmt, um uns abzusichern." An AHS ist der Hamburger Flughafen mit 27,25 Prozent beteiligt. Die Hansestadt hält wiederum 51 Prozent der Anteile am Airport.

Von Verunsicherung bei den Beschäftigten und einer Provokation sprach die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Sieglinde Frieß. "Ein Verbandsaustritt bedeutet nach unserer Erfahrung langfristig immer den Abschied vom Tarifvertrag." Die Verdi-Vertreterin forderte, den Dienstleister wieder in den Hamburger Flughafen-Konzern einzugliedern. Verdi verwies darauf, dass der Betrieb mit einem Einstiegslohn von 10,69 Euro zum Niedriglohnsektor zähle und viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiteten. Sie erhielten derzeit Kurzarbeitergeld - 60 oder 67 Prozent des Nettoeinkommens - ohne Aufstockung.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Verdi und Abfertiger AHS unterschreiben Tarifvertrag