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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Ich habe zuerst, ganz spontan, an zwei Dinge gedacht, als ich letzte Woche zwischen all dem Dreamliner-Chaos den neuen Markenauftritt von American Airlines erblickte: An eine 3D-Brille mit einem rot und einem blau verglasten Auge, wie man sie früher manchmal benutzte im Kino. Und an Cubana, die nationale Airline des karibischen Inselstaats. Absurd, dass der lange geplante neue Markenauftritt von American Airlines diese Assoziationen auslöst. Ich habe erst gar nicht verstanden, wieso mir gerade Cubana in den Sinn kam – aber beim direkten Vergleich der Farbschemata auf den Leitwerken war die Parallelität offensichtlich, auch wenn Cubana vorn am Heck nur drei blaue Streifen und nicht sieben wie die neue American trägt.

Eigentlich konnte American Airlines bei diesem Manöver nur verlieren, aber wie krachend sie untergeht ist doch erschreckend. Seit 1967 trug American ihr ikonenhaftes Logo aus den Buchstaben AA mit einem stolzen Seekopfadler in der Mitte, eben dem nationalen Symbol der USA. Und jetzt? Was ich als 3D-Brille verordnete ist das neue Logo, ein schräger Strich aus blau und rot und dazwischen eine weiße Spitze. Die Cubana-esken Streifen sollen natürlich stilisiert die Stars and Stripes, die Nationalflagge darstellen. Dazu springt American auf den öden Trend auf, den Rumpf nun in weißmetallic zu halten. Das war übrigens der Auslöser für die millionenteure Aktion der Gesellschaft, die sich immer noch im Chapter 11-Konkursschutz befindet: Seit über 40 Jahren waren die blankpolierten Silberrümpfe der „Silver Birds“ Americans Erkennungszeichen.

Nun halten moderne Airliner mit Rümpfen Einzug, die zum Teil aus Komposit-Werkstoffen bestehen, die man eben nicht mehr blankpolieren kann. Aber warum musste man deswegen gleich das alte Logo abschaffen, das damals wie heute Professionalität und Modernität symbolisiert? „Das Leben des Designers ist ein Kampf gegen die Hässlichkeit“, sagte der italienische Schöpfer des AA-Logos einmal. Diesmal scheint er verloren gegangen zu sein.

„Passion für Fortschritt und den Geist des Schwebens“ solle das neue Farbkleid symbolisieren, beeilte sich American zu versichern. Doch die Netzgemeinde war schnell mit Häme zur Hand. Das Logo sehe aus wie ein Adlerschnabel, der durch einen Duschvorhang lugt, war eine interessante Assoziation; ein Linoleummesser, dass durch eine rot-blaue Bodenfliese schneidet, eine andere. „Scheußlich, löst nichts aus, sagt nichts, heißt nichts und erinnert an Banken, Kreditkarten oder den Greyhound-Bus“, so das vernichtende Urteil.

Aber es gibt Hoffnung, wenn man nach Japan blickt: Dort hat JAL reumütig kürzlich nach diversen Geschmacksverirrungen ihren legendären Tsuru, das Kranichsymbol, wieder eingeführt. Das macht zwar die jetzt schneeweißen (!) Rümpfe mit dem Firmennamen in hässlicher schwarzer Schrift auch nicht gefälliger, aber immerhin ist der stolzen JAL-Geschichte und ihrem ikonenhaften Logo Genüge getan.

Auch bei Germanwings stellte sich im Herbst die Frage nach einem neuen Markenauftritt. Hier hat eine lokale Agentur in Köln in nur sieben Wochen ihr Bestes gegeben – und am Ende leider auch wieder nur einen weißen Rumpf hervorgebracht. Allerdings tat der vorherige Anstrich des Billigfliegers mit seinem fiesen Gelb auch schon in den Augen weh – da ist ein wenig Understatement zur Abwechslung vielleicht ganz angenehm. Ganz besonders in die Trickkiste gegriffen hat man beim neuen Logo: Es soll ein stilisiertes W darstellen für Wings, das wäre mir allerdings ohne Handreichung kaum aufgefallen. Und dann ist es auch noch kombiniert aus Germanwings-Brombeerfarben und Lufthansa-Gelb, wahrlich raffiniert!

Aber es kommt noch besser: Das W taugt obendrein als „double checked“, also ein doppeltes Kontrollhäkchen, das wiederum die Sicherheitskultur vermitteln soll. Oha, wenn der Billigflieger da mal nicht die Fähigkeit des Kunden zur Abstraktion überschätzt. „Der Leser ist selten so schlau wie Du“, hat mir als junger Reporter schon mein erster Chef eingetrichtert. Offenbar hat den Germanwings-Bossen bisher noch niemand gesagt, dass nicht nur Designtheoretiker in ihren Maschinen sitzen. Aber immer noch besser, als wenn sie einen Kranich hinter’m Duschvorhang auf die Heckflosse gepinselt hätten.

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