Ufo bestätigt Vorstand und votiert für unbefristete Streiks

Der Vorstand der Flugbegleitergewerkschaft Ufo wird im Amt bestätigt. Gleichzeitig votieren die Mitglieder in einer Urabstimmung für unbefristete Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und den vier deutschen Tochterbetrieben. Details will die Gewerkschaft am Montag nennen.

Lufthansa-Mitarbeiter mit Ufo-Streik-Button © dpa / Frank Rumpenhorst

Bei der Lufthansa drohen unbefristete Streiks der Flugbegleiter. In Urabstimmungen der Kabinengewerkschaft Ufo haben Beschäftigte der Lufthansa-Kernmarke sowie von vier deutschen Tochterbetrieben grundsätzlich für unbefristete Arbeitsniederlegungen votiert. Die Zustimmung habe je nach Betrieb zwischen 77 und 96 Prozent betragen, hieß es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Einen genauen Streikplan wollte die Gewerkschaft am Freitagabend in Frankfurt nicht nennen. Details zum Arbeitskampf hat sie für den Montagmittag angekündigt. Möglich sind sie nun bei der Lufthansa mit 86,9 Prozent Zustimmung zu Streiks, der Lufthansa CityLine (77,5), der Eurowings Deutschland (82,3), der Germanwings (95,1) und der Sunexpress Deutschland (96,2).

Für jeden einzelnen Flugbetrieb hat die Ufo separate Tarifforderungen aufgestellt. Die Betriebe sind für verschiedene Airline-Marken des Konzerns unterwegs. "Wir werden nun mit ausgeweiteten Streiks die tariflichen Ziele der Tarifkommissionen in jedem einzelnen Betrieb durchsetzen", erklärte die Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz.

Lufthansa wollte die Ergebnisse der Versammlung nicht kommentieren. Auf Anfrage sagte ein Sprecher: "Ufo-interne Angelegenheiten kommentieren wir nicht." Das Unternehmen erkennt den Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen seit Monaten ab.

Nur drei Stimmen für Abwahl des Vorstandes

Zuvor hatten die Mitglieder der angeschlagenen Flugbegleitergewerkschaft ihren Vorstand im Amt bestätigt. Bei einer Versammlung am Freitag in Frankfurt wurde ein Abwahlantrag gegen die Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihren Stellvertreter Daniel Flohr mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, wie Ufo-Sprecher Nicoley Baublies erklärte. Für die Abwahl hätten nur drei Mitglieder gestimmt.

Der ursprünglich siebenköpfige Vorstand der Ufo ist nach gewerkschaftsinternen Querelen auf zwei Personen geschrumpft, die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihren Stellvertreter Daniel Flohr. Sie lehnten vor der Mitgliederversammlung einen Rücktritt ab und schlagen stattdessen vor, die bereits eingeleitete ordentliche Neuwahl am 14. Februar abzuwarten.

Hintergrund ist der tiefgreifende Konflikt mit dem Lufthansa-Konzern, der den Ufo-Vorstand bereits seit Monaten nicht anerkennt und daher Verhandlungen ablehnt. Das Unternehmen will auch vor Gericht feststellen lassen, ob Ufo überhaupt noch berechtigt ist zum Abschluss verbindlicher Tarifverträge. In der Folge hat Ufo am 20. Oktober in einem Warnstreik die vier Lufthansa-Tochtergesellschaften bestreikt und dabei mehr als 100 Flugzeuge am Boden gehalten.

© dpa, Inga Kjer Lesen Sie auch: IGL warnt vor Gewerkschafts-Chaos in der Lufthansa-Kabine

Von: br, hr, dk, dpa, dpa-afx

Lesen Sie jetzt
Themen
UFO Lufthansa Fluggesellschaften