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Abschaffung der Zeitumstellung weiter in der Schwebe

Eigentlich hatte das Europäische Parlament beschlossen, dass es ab diesem Jahr keine Zeitumstellung mehr gibt. Die Abstimmungen sind aber komplex. Für die Luftfahrt ist das Aufschieben derweil kein Drama. Denn der Wegfall brächte Probleme.

Zeiten auf einer Anzeigetafel am Flughafen © dpa/dpa-tmn / Fredrik von Erichsen

Am vergangenen Wochenende wurden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt. So wie es aussieht, nicht zum letzten Mal. Dabei sollte das halbjährliche Wechseln eigentlich ab diesem Herbst in der EU nicht mehr geben. Das Europäische Parlament hatte das 2019 mit einem Beschluss und einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen.

Dass der Zeitplan für die Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsländern zu ambitioniert gewählt war, stellte sich aber schnell heraus. Denn mit der reinen Abschaffung ist es nicht getan. Für die tatsächliche Abschaffung der Zeitumstellung muss nach dem Votum des EU-Parlaments noch ein Kompromiss mit den Mitgliedsstaaten erzielt werden. Denn die Uhren sollen künftig auf keinen Fall in jedem Staat anders ticken.

Seitdem diskutierten die einzelnen Mitgliedsländer, ob nun dauerhaft die Normalzeit, also die "Winterzeit" oder doch die " Sommerzeit" gelten soll. Zudem ist man sich unklar darüber, ob und wie man die westeuropäische, mitteleuropäische und osteuropäische Zeitzone darüber hinaus im selben Zuge harmonisieren könnte.

Im EU-Rat war das Thema derweil noch nicht, was Beobachtern zufolge bislang auch an dringenderen Themen wie dem Brexit oder Corona lag. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es zuletzt, die EU-Kommission habe noch keine Folgenabschätzung vorgelegt - die sei aber nötig, um das Thema im EU-Rat "zielführend" zu behandeln.

Luftverkehr befürchtet Probleme

Problematische Folgen einer Umstellung des bisherigen Systems aus Sommer- und Winterzeit befürchtet dabei auch die Luftverkehrsbranche. Interessenvertretungen der Luftfahrtbranche wie Iata und Airlines-4-Europe hatten zuletzt ihre Befürchtungen geäußert, im Zuge des Wegfalls der Zeitumstellung würde es zu "deutlichen Auswirkungen" auf den Luftverkehr kommen, unter anderem in Bezug auf die Slot-Planungen.

Zwar weisen Kenner der internationalen Flugplangestaltung darauf hin, dass das Slot-Management global auf Basis der UTC-Zeiten stattfinde, weshalb eine Zeitumstellung in den allermeisten Fällen kein Problem sei. Wichtig ist vor allem eine möglichst frühe Planungssicherheit. Denn in Verbindung mit Nachtflugverboten kann es im internationalen Luftverkehr durchaus zu Komplikationen kommen.

Flüge, die am frühen Morgen oder späten Abend in Deutschland von außerhalb der EU eintreffen, können ohne Zeitumstellung jeweils eine Stunde zu früh oder zu spät dran sein. Entsprechend würden andere Slots an den Abflughäfen benötigt als in all den Jahren zuvor mit Zeitumstellung, was an den stark ausgelasteten internationalen Drehkreuzen durchaus zum Problem werden kann. Gleichermaßen verhält es sich im Umkehrschluss bei Flügen aus der EU heraus.

Von: dh

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