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Lufthansa Group muss 10.000 Arbeitsplätze abbauen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat einen drastischen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Nach der Corona-Pandemie soll die Belegschaft um rund 10.000 Stellen geschrumpft sein. Verdi fordert schnelle staatliche Hilfen für die Fluggesellschaft.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr. © dpa / Daniel Bockwoldt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die Beschäftigen in der Corona-Krise auf harte Zeiten eingestimmt. Nach der Krise werde Lufthansa Group voraussichtlich eine um 100 Flugzeuge kleinere Flotte haben, sagte der Vorstandsvorsitzende am Freitag in einer internen Botschaft an die Mitarbeiter.

Daraus ergebe sich ein rechnerischer Überhang von 10.000 Mitarbeitern. "Wir werden aber auch weiterhin alles daran setzen, so viele Mitarbeiter wie möglich an Bord zu behalten", sagte Spohr laut einer Mitteilung des Unternehmens. Der Abbau des Überhangs solle möglichst ohne Entlassungen stattfinden.

"Wir waren als erste Branche von dieser weltweiten Krise betroffen und die Luftfahrt wird mit die letzte sein, die sie verlassen wird", sagte der Lufthansa-Chef. Bislang hatte die Lufthansa die Zahl von 7000 Stellen genannt, die krisenbedingt wegfallen könnten. Unter anderem soll der Betrieb von Germanwings eingestellt werden.

Spohr rechnet erst für das Jahr 2023 wieder mit einem Gleichgewicht für das Unternehmen, das dann ein anderes sein werde. Nach der Krise rechne das Unternehmen mit zehn Prozent niedrigeren Erlösen und einer um zehn Prozent niedrigeren Auslastung, hieß es weiterhin. Man werde jährlich über eine Milliarde Euro für Zinsen und Tilgung der Kredite aufwenden müssen.

Verdi fordert schnelle Staatshilfen für Lufthansa

Verdi-Vizechefin Christine Behle hatte sich bereits für eine staatliche Unterstützung für die angeschlagene Lufthansa ausgesprochen. "Ohne öffentliches Geld hat die Lufthansa keine Chance", sagte Behle am Freitag der "Bild". Andernfalls seien zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr, warnte die Gewerkschafterin, die auch Vize-Aufsichtsratsvorsitzende der Lufthansa AG ist.

Behle forderte ein schnelles Eingreifen: "Der Staat muss den Konzern jetzt stützen - sei es in Form einer aktiven oder stillen Beteiligung", sagte sie. Der Konzern sei in der Vergangenheit gut mit seinen Mitarbeitern umgegangen, "ein solches Unternehmen über die Klinge springen zu lassen, wäre völlig unangemessen."

© AirTeamImages.com, Paul Buchroeder Lesen Sie auch: Lufthansa legt sich auf Staatshilfen fest, um zu überleben

Lufthansa hatte am Donnerstag erklärt, dass man sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten könne. Es laufen Verhandlungen um milliardenschwere Staatshilfen. Dem operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten des Jahres werde im laufenden Quartal ein noch ein höheres Minus folgen, hatte das Unternehmen angekündigt. Der Konzern sei absehbar nicht mehr in der Lage, den laufenden Kapitalbedarf mit weiteren Mittelaufnahmen am Markt decken zu können.

Von: dpa, afp

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