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Merkel vor Gesprächen mit Sarkozy A400M soll Fristverlängerung erhalten

Deutschland und Frankreich schlagen im Streit mit dem Flugzeugbauer EADS/Airbus um das Transportflugzeug A400M eine Verlängerung der Entscheidungsfrist um sechs Monate vor. Das Flugzeugprogramm ist drei Jahre in Verzug; der Erstflug ist zum Jahresende geplant.

Der A400M nach der Roll-Out Zeremionie. © Airbus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält an der Entwicklung des europäischen Militärflugzeuges A400M trotz immenser Verzögerungen vorerst fest. Deutschland und Frankreich seien sich "vollkommen einig, dass wir jetzt einige Monate Zeit geben und dann schauen, wann wir ein solches Flugzeug bekommen", sagte Merkel am Donnerstag in Paris. Bei den Gesprächen mit dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy werde es darum gehen, "was gemacht werden kann und wie das Flugzeug aussehen kann", sagte die Kanzlerin. Denn ein Transportflugzeug brauche man.

Die neue Transportmaschine des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS hat wegen Problemen bei der Entwicklung der Motoren mindestens drei Jahre Verspätung. Die an dem 20 Milliarden Euro teuren Programm beteiligten NATO-Länder hätten deshalb zum 1. April aussteigen können, entschieden sich dann aber für eine Fristverlängerung bis zum 1. Juli. Bis dahin hätte EADS einen verlässlichen Zeitplan vorlegen müsse. Inzwischen will das Unternehmen nach Medienberichten aber nochmals sechs Monate mehr Zeit. Frankreich wirbt schon seit Monaten dafür, das Flugzeug trotz der Verzögerungen unbedingt zu bauen.

Airbus-Chef Tom Enders hatte sich kürzlich zuversichtlich gezeigt, eine Einigung mit den Kunden zu erreichen. Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin hatte eine «mehrmonatige Phase» zur Erarbeitung neuer Verträge ins Spiel gebracht. «Am schwierigsten wird das Thema der Konventionalstrafen», sagte Morin. Außerdem gehe es um neue Preise, das industrielle Risiko und die Zeitpläne für die Auslieferung. Ursprünglich sollte Frankreich schon in diesem Jahr ihre ersten A400M erhalten, die Bundeswehr 2010. Morin bescheinigte der A400M ein «enormes Exportpotenzial».

Während Deutschland und Frankreich hinter dem Projekt stehen, ist vor allem Großbritannien kritischer. Die britischen Streitkräfte würden lieber schnell US-Transportflugzeuge kaufen, als weitere Jahre auf den Militär-Airbus zu warten. Die Diskussionen mit London werden wegen der Regierungsumbildung dort erschwert. Spanien will noch im Juni eine Ministerrunde zur A400M einladen.

Von: airliners.de mit dpa, afp

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