A380-Triebwerke von Engine Alliance müssen überprüft werden

Wegen möglicher Materialermüdung der Fan-Nabe müsse alle GP7200-Triebwerke von Engine Alliance, die Airbus A380 antreiben, überprüft werden. Bis zu den Checks können die Maschinen aber weiter fliegen.

A380 von Etihad landet am Flughafen Schönefeld in Berlin. © FBB / Günter Wicker

Der Triebwerk-Hersteller Engine Alliance, ein Joint Venture aus General Electric und Pratt & Whitney, hat eine Überprüfung aller in Flugzeugen vom Typ A380 verbauten Motoren angekündigt. Das teilte die französische Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Die Behörde begründete den Schritt mit neuen Erkenntnissen nach dem schweren Triebwerkschaden eines Airbus A380 über Grönland im September 2017. Anfang Juli war den Angaben zufolge ein Teil des abgebrochenen Triebwerks unter einer Schnee- und Eisdecke in Grönland aufgefunden worden. Die Untersuchung der Trümmer habe ergeben, an welcher Stelle das Triebwerk zerbrochen war.

Wie Reuters unter Berufung aus Insider-Informationen berichtet, handelt es sich bei dem aus Titan gefertigten Bauteil um die Nabe des Fans ("fan hub"). Die BEA habe bei dem gefundenen Teil einen Riss unter der Oberfläche festgestellt, der auf Materialermüdung zurückzuführen sei.

Vermutlich handele es sich um ein Bauteil von Pratt & Whitney, das bereits mit Mängeln gefertigt worden sei. Deshalb müssten Motoren, die eine bestimmte Anzahl von Flügen hinter sich haben, relativ zügig inspiziert werden.

Korean Air, Golf-Carrier und Air France betroffen

Von der angekündigten Überprüfung sind alle Fluggesellschaften betroffen, in deren A380-Flugzeugen Motoren des Herstellers Engine Alliance vom Typ GP7200 verbaut sind. Es handelt sich um die Fluggesellschaften Emirates, Air France, Etihad Airways, Korean Air und Qatar Airways.

Die Kontrollen sollen unter Aufsicht der BEA erfolgen. Die Maschinen sollen deshalb nicht dauerhaft am Boden bleiben müssen. Betreiber von A380 mit Trent-900-Triebwerken von Rolls Royce, wie sie zum Beispiel die Lufthansa hat, sind nicht betroffen.

Der Airbus A380 mit 520 Menschen an Bord war damals in Kanada notgelandet. Die Maschine der Fluggesellschaft Air France war unterwegs von Paris nach Los Angeles.

Von: hr, afp

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