737-Max soll trotz weiterem Software-Fehler im Sommer starten

Boeing entdeckt erneuet einen Software-Fehler im Krisenflieger der 737 Max und will es mit einem weiteren Softwareupdate lösen. Die Behörden sind informiert. Der Konzern rechnet weiter mit einer Wiederzulassung im Sommer.

Boeing 737 Max im Boeing-Werk in Renton bei Seattle. © AP/dpa / Elaine Thompson

Der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern Boeing hat ein neues Software-Problem bei dem mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max gefunden. Boeing habe die US-Luftfahrtaufsicht FAA in der vorletzten Januarwoche darüber in Kenntnis gesetzt und mit technischen Hintergrundinformationen versorgt, teilte der Konzern mit.

Dies dürfte nichts daran ändern, dass mit einer Wiederzulassung bis Mitte 2020 zu rechnen sei, so Boeing. Ein FAA-Sprecher bestätigte auf Nachfrage lediglich, dass ein neues Problem aufgetaucht sei.

Während der 737-Max-Testflüge sprang laut Boeing ein Warnlicht im Zusammenhang mit dem Trimmsystem zur Stabilisierung des Flugwinkels an. Grund seien Abweichungen bei der Dateneinspeisung zwischen den Flugsteuerungscomputern. Das Problem werde mit einem Software-Update behoben, um sicherzustellen, dass das Warnlicht künftig richtig funktioniere.

Boeings 737 Max war Mitte März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten weltweit mit Flugverboten belegt worden. Ob und wann sie wieder abheben darf, entscheiden die Aufsichtsbehörden.

Fehlerhafte Steuerungsautomatik gilt als Absturzgrund

Als entscheidende Ursache der verheerenden Unglücke gilt eine fehlerhafte Steuerungsautomatik der Flugzeuge. Dieses ursprüngliche Problem hatte Boeing eigentlich schon vor dem zweiten 737-Max-Absturz per Update behoben haben wollen, doch die Freigabe durch die internationalen Aufsichtsbehörden liegt noch immer nicht vor.

Stattdessen kamen im Laufe des Wiederzulassungsverfahrens weitere Probleme hinzu. Das 737-Max-Debakel hat Boeing in eine tiefe Krise gebracht und Ex-Konzernchef Dennis Muilenburg den Job gekostet.

Von: br, dpa-AFX

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