Air-Dolomiti-Unfall in München

Zwischenbericht zu ATR-Notlandung

23.07.2012 - 13:29 0 Kommentare

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat einen Zwischenbericht zur Notlandung einer ATR 72 der Air Dolomiti in München veröffentlicht. Demnach kämpfte die Besatzung nach einem Triebwerksbrand auch mit festgefahrenen Rudern.

Die ATR 72-500 der Air Dolomiti (Kennung I-ADCD) kam in München von der Piste ab (17.05.2012).

Die ATR 72-500 der Air Dolomiti (Kennung I-ADCD) kam in München von der Piste ab (17.05.2012).
© dpa - Tobias Hase

Die ATR 72-500 der Air Dolomiti (Kennung I-ADCD) kam in M

Die ATR 72-500 der Air Dolomiti (Kennung I-ADCD) kam in M
© dpa - Tobias Hase

Übersicht der Unfallstelle

Übersicht der Unfallstelle
© BFU - Polizei HUST Bayern/München

Dem nun veröffentlichten Zwischenbericht zufolge meldete eine Flugbegleiterin der Cockpit-Besatzung rund 15 Minuten nach dem Start von München in Richtung Venedig "Rauch" und "elektrischen Geruch nach verbranntem Kunststoff".

Kurz darauf ereignete sich im rechten Triebwerk eine Explosion. Die Cockpit-Crew stellte das Triebwerk ab und konnte das Feuer mit dem Inhalt eines Löschmittelbehälters erfolgreich bekämpfen.

Der nun veröffentlichte Bericht zeigt laut BFU, dass es im rechten Triebwerk einen Brand gab. Im Inneren der Triebwerksabdeckungen gab es entsprechende Brandspuren und im hinteren Teil des Triebwerks einige gebrochene Leitungen.

Die Cockpit-Crew hatte nach dem Brand eine Luftnotlage erklärt und war mit nur einem Triebwerk zum Flughafen zurückgekehrt. Im letzten Teil des Anfluges auf die Piste 26L bemerkte die Cockpit-Crew dann, dass die Seitenruderpedale blockierten. Der Crew gelang es dennoch, mit leicht nach links zeigender Flugzeugnase rechts der Mittellinie aufzusetzen.

Bei der späteren Untersuchung des Seitenrudersystems wurde laut BFU festgestellt, dass sich die Seitenruderpedale im Cockpit nur eingeschränkt bewegen ließen, da die Einrichtung, die den Arbeitsweg des Seitenruders bei höheren Geschwindigkeiten begrenzt, im "High Speed"-Mode eingefahren war.

Das Flugzeug hatte nach der Notlandung die Bahn etwa 1.290 Meter hinter der Schwelle verlassen und war daraufhin mit einer Antenne der Sichtweitenmessanlage sowie dem dazugehörigen Schaltkasten kollidiert. Anschließend kollabierte das Bugfahrwerk und die Maschine blieb nach etwa 300 Metern im Gras stehen.

Der Unfall ereignete sich am 17. Mai. An Bord der ATR 72 befanden sich 58 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Fünf Insassen erlitten bei der Evakuierung leichte Verletzungen.

Link: BFU-Bulletin Mai 2012 (s. Seite 48ff)

Von: airliners.de
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