Zweiter Streiktag der Piloten - Lufthansa-Chef hofft auf Einigung

03.04.2014 - 14:36 0 Kommentare

Der Ausstand der Lufthansa-Piloten geht weiter. Während es an den großen Drehkreuzen auch am Donnerstag spürbar leerer ist, hofft der Lufthansa-Chef auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft.

Eine Anzeigetafel zeigt auf dem Flughafen Köln/Bonn annullierte Flüge der Lufthansa und deren Tochtergesellschaft Germanwings an.

Eine Anzeigetafel zeigt auf dem Flughafen Köln/Bonn annullierte Flüge der Lufthansa und deren Tochtergesellschaft Germanwings an.
© dpa - Henning Kaiser

Maschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Flughafen "Franz Josef Strauß" in München.

Maschinen der Fluggesellschaft Lufthansa stehen auf dem Flughafen "Franz Josef Strauß" in München.
© dpa - Nicolas Armer

Fahnen der Lufthansa und Germanwings.

Fahnen der Lufthansa und Germanwings.
© dpa - Maja Hitij

Passagiere warten im Flughafen von Frankfurt am Main.

Passagiere warten im Flughafen von Frankfurt am Main.
© dpa - Boris Roessler

Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit

Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit
© dpa - Boris Roessler

Check-In Bereich der Lufthansa auf dem Flughafen Köln/Bonn.

Check-In Bereich der Lufthansa auf dem Flughafen Köln/Bonn.
© dpa - Henning Kaiser

Ein Schalter der Lufthansa am Flughafen "Franz Josef Strauß".

Ein Schalter der Lufthansa am Flughafen "Franz Josef Strauß".
© dpa - Armin Weigel

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Boris Roessler

Die Piloten der Lufthansa haben am zweiten Streiktag ihren Ausstand unvermindert fortgesetzt. Am Donnerstag fielen erneut Hunderte Flüge aus, die Lufthansa musste nach Aussagen einer Sprecherin aber keine zusätzlichen Verbindungen mehr streichen. Es bleibe bei der Liste von rund 3800 abgesagten Flügen, sagte sie am Donnerstag in Frankfurt.

Trotz einiger Signale von beiden Seiten kam es zunächst nicht zur Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen um die Übergangsrenten für die rund 5400 Piloten von Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) wartete nach Angaben ihres Sprechers Markus Wahl vergeblich auf einen Anruf der Lufthansa-Verhandler: «Unser Telefon war die ganze Nacht besetzt, auch jetzt ist es besetzt. Bis jetzt hat das Telefon leider gar nicht geklingelt - es gibt kein neues Angebot der Lufthansa», sagte er dem Sender n-tv.

© dpa Lesen Sie auch: Gewinner und Verlierer des Pilotenstreiks

An den Flughäfen blieb es wie am Vortag ruhig, weil die meisten Passagiere über die Ausfälle informiert waren. «Es ist spürbar ruhiger», sagte ein Sprecher am Frankfurter Flughafen. An den großen Drehkreuzen hatte man sich auf gestrandete Fluggäste vorbereitet. In Frankfurt mussten dem Sprecher zufolge aber nur etwa zehn Menschen im Transitbereich übernachten. Sie dürfen diesen nicht verlassen, wenn sie kein Visum für den Schengen-Raum haben.

© dpa /Boris Roessler Lesen Sie auch: Lufthansa-Piloten streiken für alte Privilegien

Der Noch-Vorstandsvorsitzende der Lufthansa,Christoph Franz, hofft auf eine schnelle Einigung mit der Gewerkschaft. «Ich hoffe, dass wir schnell wieder zu Gesprächen zusammenkommen und dann für beide Seiten akzeptable Kompromisse finden», sagte Franz der «Bild-Zeitung».

«Wir möchten uns im Sinne unserer Passagiere und im Sinne des Unternehmens so schnell wie möglich einigen. Der Ruf der Lufthansa darf unter diesem Tarifkonflikt nicht leiden», sagte Franz. Der Streik treffe Unternehmen und Passagiere «sehr hart».

Call-Center noch einmal verstärkt

Lufthansa hat nach eigenen Angaben die Call-Center noch einmal verstärkt, nachdem an den Vortagen häufig kein Durchkommen war. Der Andrang habe im Vergleich zu Montag und Dienstag aber abgenommen, sagte eine Unternehmenssprecherin. Bei den Passagieren entschuldige man sich für die Unannehmlichkeiten.

Anlass des Streiks sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Außerdem fordern die Piloten ein Gehaltsplus von zehn Prozent.

Wegen des härtesten Streiks der Unternehmensgeschichte hat Lufthansa bis inklusive Freitag rund 3800 Flüge gestrichen. Betroffen sind insgesamt etwa 425.000 Fluggäste. Der Ausstand ist bis Freitagnacht um 23.59 Uhr befristet. Danach will Lufthansa möglichst schnell wieder den normalen Flugbetrieb aufnehmen.

© dpa /Roland Weihrauch Lesen Sie auch: Bestverdiener im Cockpit - Das verdienen Lufthansa-Piloten

Von: dpa
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