Augsburg, Nordenham und Varel

Zukunft für deutsche Airbus-Werke gesichert

28.11.2008 - 18:29 0 Kommentare

Die Zukunft der Airbus-Werke in Augsburg, Nordenham und Varel ist für die kommenden Jahre gesichert. Die drei Betriebe werden ab Januar 2009 in der "Premium Aerotec GmbH" als eigenständige Airbus-Tochter zusammengefasst und von dem Flugzeugbauer weiterbetrieben, wie der Airbus-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Rüdiger Lütjen am Freitag in Hamburg sagte. Die Arbeitnehmervertretung und die Geschäftsführung von Airbus Deutschland hätten in der Nacht einen Überleitungsvertrag unterzeichnet. Der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Arbeitnehmer des Flugzeugbauers Airbus werten die Ausgliederung der drei Werke in Varel, Nordenham und Augsburg als Erfolg und sehen der weiteren Entwicklung positiv entgegen. «Wir haben gute Perspektiven für die Zukunft», sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Rüdiger Lütjen, am Freitag in Hamburg. Es sei gelungen, Angriffe auf tarifliche und soziale Besitzstände abzuwehren sowie bedeutende Arbeitspakete und Investitionen in neue Technologien zu vereinbaren. Teil der Vereinbarung ist ein Kündigungsschutz bis Ende 2013. Das gelte aber nur, wenn sich die ökonomischen Bedingungen nicht deutlich verschlechtern, also nicht bedingungslos, teilte Airbus mit.

Die drei Werke gehen zum 1. Januar als 100-prozentige Airbus- Tochter mit 6000 Beschäftigten unter dem Namen Premium Aerotec GmbH neu an den Start und bilden dann den zweitgrößten Luftfahrt- Zulieferer der Welt. Ursprünglich wollte sich Airbus von den Werken trennen, fand jedoch keinen geeigneten Käufer. Nun bleiben die Werke mindestens bis Ende 2011 mehrheitlich in Airbus-Besitz; eine Minderheitsbeteiligung eines Investors ist jedoch möglich. «Nach langer Zeit der Unsicherheit gibt es endlich Klarheit», sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Die Gewerkschaft sei schon lange für eine solche Lösung eingetreten.

Nach der Vereinbarung leisten die Arbeitnehmer einen Beitrag von 22,5 Millionen Euro zu den Einsparzielen des Unternehmens. Er soll erbracht werden, indem Arbeitsabläufe optimiert und Produktivität und Effizienz gesteigert werden. Mehrarbeit oder Gehaltseinbußen sind nicht vorgesehen. «Wir haben eine sehr innovative Vereinbarung getroffen», sagte Airbus-Chef Thomas Enders. «Die Vereinbarung eines Arbeitnehmerbeitrags ist zumindest für Airbus in Deutschland neu und ich hoffe natürlich, dass dieses gute Beispiel Schule macht.»

Im Gegenzug sollen die Arbeitnehmer am Erfolg des neuen Unternehmens beteiligt werden. Bei einem Verkauf oder Börsengang des Unternehmens werden die Arbeitnehmer mit vier Prozent am möglichen Gewinn aus einer solchen Transaktion beteiligt. Ein solches Modell sei auch in Frankreich denkbar, wenn die Arbeitnehmer ihren Beitrag leisteten, sagte Enders. Das neue Unternehmen Premium Aerotec erhält zudem Investitionsmittel von rund 500 Millionen Euro, wovon der größte Anteil auf die Werke Augsburg und Nordenham entfällt. Rund 350 Millionen Euro dienen der Umstellung auf Kohlefasertechnologie im Zusammenhang mit dem neuen Airbus A350, der überwiegend aus diesem innovativen Werkstoff gebaut werden soll. Weitere 150 Millionen Euro fließen in die laufenden Programme, vom A320 bis zum A380.

Die Arbeitnehmer zeigten sich insgesamt mit dem Verlauf des Airbus-Sparprogramms Power8 zufrieden. Einige Maßnahmen zur Verbesserung der Airbus-Produktion seien sinnvoll; die angestrebte Kostenersparnis sei ohne betriebsbedingte Kündigungen zu erreichen. Nach Lütjens Angaben hat Airbus in Deutschland zwar noch einen Personalüberhang von rund 540 Stellen, dieser könne aber ebenfalls ohne Kündigungen bewältigt werden.

Von: ddp, dpa
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