Zu wenig Flüge in die Karibik und die USA

05.03.2018 - 16:09 0 Kommentare

Durch die Air-Berlin-Pleite ist das Flugangebot für viele Reiseziele ausgedünnt. Wie eine aktuelle Analyse zeigt, sind vor allem Transatlantik-Routen betroffen, aber auch die Verbindungen nach Spanien und Italien.

Eine Air-Berlin-Maschine 2011 in Los Angeles. - © © AirTeamImages.com - Paul Paulsen

Eine Air-Berlin-Maschine 2011 in Los Angeles. © AirTeamImages.com /Paul Paulsen

Das touristische Flugangebot weist im kommenden Sommer deutliche Rückgänge für einige Ziele auf. Wie aus einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht, sind besonders die Verbindungen in die Karibik rückläufig. Derzeit sind für den Juli 26 Prozent weniger Abflüge in diese Region geplant als für den Vorjahresmonat.

"In diesem Jahr fällt zum einen das Angebot von Air Berlin weg, aber gleichzeitig reduziert auch Condor das Angebot in diese Region", erklärt Luftverkehrsforscher Peter Berster vom DLR. "Lediglich bei Eurowings findet ein Wachstum statt."

Grafik: DLR

Ebenfalls auf die Air-Berlin-Pleite dürfte der Rückgang für zwei weitere Länder auf der Langstrecke zurückzuführen sein: Für die Flüge in die USA und die Vereinigten Arabischen Emirate ist ein Minus von über zehn Prozent zu verbuchen.

Auch innerhalb Europas werden einige Länder seltener angeflogen: Für Spanien liegt das Flugangebot um 3,4 Prozent niedriger, für Italien um fünf Prozent. Die Zahl der innerdeutschen Flüge geht ebenfalls zurück, und zwar um 1,4 Prozent.

Griechenland und Nordafrika legen zu

Mehr Flüge gehen laut DLR-Analyse dagegen nach Griechenland (plus 10,8 Prozent), Großbritannien (plus 4,3 Prozent) und Bulgarien (plus 34,7 Prozent). Richtung Türkei bleibt das Angebot annähernd auf Vorjahresniveau.

Nach Nordafrika sind 7,1 Prozent mehr Flüge verfügbar als im Vorsommer - DLR-Experte Berster wertet dies als Zeichen für eine Erholung des Tourismus in Ägypten und Marokko.

Insgesamt werden von 101 Ländern im Juli 51 von Deutschland aus öfter angeflogen, 38 seltener. Die Zahl der angebotenen Flüge bewegt sich mit einem Plus von 0,4 Prozent annähernd auf dem Vorjahresniveau.

Lufthansa Group gewinnt Marktanteile

Dabei hat die Lufthansa Group nach dem Aus von Air Berlin ihren Marktanteil deutlich gesteigert: Sie sorgt für rund 54 Prozent der angebotenen Flüge, im vergangenen Jahr waren es 47 Prozent. Im innerdeutschen Verkehr kommen Lufthansa und Eurowings zusammen sogar auf einen Anteil von 87 Prozent.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: ADV: Air-Berlin-Pleite macht Airports weiter zu schaffen

Der Analyse liegen die Flugplandaten vom 15. Februar für den Juli 2018 zugrunde. Wie das DLR betont, könnte es in dem kommenden Monaten noch zu Änderungen in den Flugplanungen kommen. Im vergangenen Jahr hätten diese aber nicht mehr als ein Prozent des Angebots ausgemacht.

Von: pra
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