Zöllner am Flughafen Frankfurt beschlagnahmen tonnenweise Rauschgift

12.04.2016 - 16:05 0 Kommentare

Gefälschte Potenzmittel, geschmuggelte Vogelspinnen, verbotene Waffen: Der Zoll am Frankfurter Flughafen hat alle Hände voll zu tun. Besonders auffällig in seiner Bilanz ist das massive Auftreten eines aus Ostafrika stammenden Rauschmittels.

Ein geöffneter Beutel mit Khat. - © © Zollfahndungsamt Frankfurt  -

Ein geöffneter Beutel mit Khat. © Zollfahndungsamt Frankfurt

Mehr als acht Tonnen Rauschgift hat der Zoll am Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr sichergestellt - ein Zuwachs von 1200 Prozent. Diese erhebliche Steigerung geht aber allein auf die in ostafrikanischen Ländern sehr beliebte Kaudroge Khat zurück. Bei harten Drogen wie Kokain (144 Kilogramm) oder Heroin (33 Kilo) gab es dagegen einen deutlichen Rückgang. Diese Zahlen aus seiner Jahresbilanz gab das Hauptzollamt Frankfurt am Dienstag bekannt.

Dessen Leiter Albrecht Vieth macht für die Beschlagnahme von 7,78 Tonnen luftgetrocknetem Khat (2014: 198 Kilo) geänderte europäische "Verkehrswege" verantwortlich. Für das aus einem Strauch gewonnene Khat, das anregend wirkt, gebe es viel Interesse bei Privatleuten. Vieth räumte aber ein, dass man über die massive Zunahme der Kaudroge und ihrer Abnehmer noch nicht allzu viel wisse.

135 Drogenkuriere vorläufig festgenommen

Die Zahl der sogenannten Aufgriffe blieb bei Drogen mit 1658 - pro Tag sind das etwa vier - auf dem Niveau des Vorjahres. 135 Drogenkuriere wurden vorläufig festgenommen. Darunter waren zwölf sogenannte Schlucker, die das Rauschgift im Körper transportierten.

Beim Kampf gegen die Marken- und Produktpiraterie wurden mehr als 260.000 Waren wie beispielsweise Kleidung, Uhren und Sonnenbrillen beschlagnahmt. Zudem ist der Handel mit illegalen Arzneimitteln nicht nur für den Frankfurter Zoll ein großes Problem. Nach der am Montag in Berlin vorgestellten Bundesstatistik sind 2015 fast vier Millionen Tabletten sichergestellt worden - viermal mehr als 2014. Am Frankfurter Flughafen waren es eine Million in fast 1000 Sendungen. Neben falschem Viagra geht es dabei auch um Dopingmittel und Anabolika, die überwiegend aus Osteuropa kommen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Die Einfuhr dieser Güter ist verboten

Neben verbotenen Waffen aller Art stellte der Zoll im vergangenen Jahr knapp 8500 lebende Tiere und Pflanzen sicher. 14 lebende Vogelspinnen aus Mexiko waren dabei in einem Frachtpaket an einen deutschen Sammler unterwegs. Lebende Tiere im Urlaubsgepäck hatten bereits im Jahr zuvor ein wachsendes Problem dargestellt.

32 Zollhunde im Einsatz

Der Flughafen-Zoll geht bei seinen Kontrollen schwerpunktmäßig vor. Die rund 1100 Beamten knöpfen sich zum Beispiel "Hochrisikoflüge" vor. Dabei kommen auch die 32 Zollhunde zum Einsatz, 22 sind auf die Suche von Drogen spezialisiert. Und eine Handvoll Spürhunde ist gezielt dafür ausgebildet worden, den Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen besser zu bekämpfen. Vieth spricht vom "Zusammenspiel von Mensch, Technik und Tier".

Die größte Herausforderung für den Zoll sei es aber, seine Ressourcen effektiv einzusetzen, ohne dabei den laufenden Betrieb am Flughafen zusammenbrechen zu lassen. Der Chef des Flughafen-Zolls verweist darauf, dass es seine Abteilung an Deutschlands größtem Airport mit jährlich rund 60 Millionen Passagieren, zwei Millionen Tonnen Luftfracht und Millionen von Briefen zu tun habe.

Von: gk, dpa
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