Zivilluftfahrt soll in den Klimaschutz einbezogen werden

05.09.2016 - 11:11 0 Kommentare

Die Internationalen Zivilluftfahrtgesellschaft Icao will verbindliche Standards zur Reduzierung der CO2-Emissionen von Flugzeugen einführen. Demnächst soll ihre Vollversammlung über die neuen Richtlinien entscheiden.

Ein Flugzeug der Lufthansa wird mit Kraftstoff betankt, der eine zehnprozentige Beimischung der neuen Biokerosinkomponente Farnesan enthält. - © © Lufthansa -

Ein Flugzeug der Lufthansa wird mit Kraftstoff betankt, der eine zehnprozentige Beimischung der neuen Biokerosinkomponente Farnesan enthält. © Lufthansa

Auch die Zivilluftfahrt soll in den internationalen Klimaschutz einbezogen werden. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (Icao) legte jetzt im kanadischen Montréal den Entwurf für eine Richtlinie vor, mit der die Emissionen von Treibhausgasen ab 2021 gedrosselt werden sollen. Bislang sind die Luftfahrt und die Schifffahrt vom Pariser Klimaschutzabkommen ausgenommen.

Die Icao strebt an, im Bereich der Zivilluftfahrt etappenweise Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes einzuführen. Zunächst sollen in den Jahren 2019 und 2020 Referenzwerte ermittelt werden. Von 2021 bis 2026 soll dann auf der Basis von Freiwilligkeit eine Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen erreicht werden. Im Zeitraum 2027 bis 2035 würden die Maßnahmen dann verpflichtend - bis auf Ausnahmen für die am wenigsten entwickelten Länder, Inselstaaten und Entwicklungsländer ohne Küsten. Das Icao-Umweltkomitee hatte sich bereits im Februar auf entsprechende Emissionswerte festgelegt.

Die 191 Mitgliedstaaten der UN-Organisation sollen die Anwendungsrichtlinie bei ihrer Vollversammlung beschließen, die vom 27. September bis zum 7. Oktober in Montréal tagt. Neu produzierte Flugzeuge sollen den Normen ab 2020 genügen, die Herstellung von herkömmlichen Modellen soll ab 2028 gestoppt werden.

CO2-neutrales Wachstum ab 2020 angepeilt

Aktuell ist die weltweite Luftfahrt je nach Lesart für rund zwei bis fünf Prozent der von Menschen verursachten Klimagas-Emissionen verantwortlich. Bereits 2009 hatte sich die Branche auf einen Plan zur Reduzierung der Emissionen geeinigt. Ab 2020 soll die Luftfahrt CO2-neutral wachsen. Bis 2050 sollen die Emissionen dann trotz Wachstum sogar auf die Hälfte von 2005 reduziert werden.

Neben neuer Technologien zur Reduzierung des Treibstoffverbrauchs und der Emissionen der Flugzeuge selbst setzt die Luftfahrt dazu auf zahlreiche operative Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sowie eine optimierte Infrastruktur am Boden und in der Luft. Ein Großteil der CO2-Einsparungen soll aber auf den Einsatz von Biokerosin entfallen.

Die Emissions Roadmap, die sich die Branche verordnet hat. Foto: © IATA

© Aireg, Lesen Sie auch: "Markt für alternative Flugkraftstoffe muss sich erst entwickeln"

Von: gk, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Das "BLADE"-Testflugzeug mit Laminarstruktur an den Flügeln. Airbus-Versuchsflugzeug mit Laminarflügeln hebt ab

    Airbus hat den Erstflug im "Clean Sky"-Projekt "BLADE" durchgeführt. Die A340-Testmaschine ist nach Airbus-Angaben das erste Versuchsflugzeug, das ein "transsonisches Laminarprofil" mit einer "echten internen Primärstruktur" verbindet. Das von der EU geförderte Projekt hat das Ziel, den Reibungswiderstand um 50 Prozent reduzieren.

    Vom 29.09.2017
  • Mit ersten Testflügen des Hybridflugzeugs will Zunum Aero bereits 2019 beginnen. Boeing kooperiert beim Thema Hybridflugzeug

    Boeing will zusammen mit dem Start-Up Zunum Aero das Zeitalter der Elektromobilität einläuten. Bis 2022 soll ein hybridbetriebenes Elektroflugzeug für zwölf Pasagiere Regionalverbindungen von bis zu 1100 Kilometer Distanz ermöglichen. Dieses solle 80 Prozent weniger Schadstoffe und Lärm verursachen, teilten die beiden Unternehmen mit.

    Vom 06.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus