Ziel von Terrorverdächtigem war wohl ein Berliner Flughafen

11.10.2016 - 12:25 0 Kommentare

Ein Anfang der Woche verhafteter Terrorverdächtiger wollte wohl einen Berliner Flughafen attackieren. Das erklärte jetzt Verfassungsschutzpräsident Maaßen unter Verweis auf nachrichtendienstliche Hinweise.

Zwei Polizeibeamte gehen im Flughafen Berlin-Tegel Streife.  - © © dpa - Paul Zinken

Zwei Polizeibeamte gehen im Flughafen Berlin-Tegel Streife. © dpa /Paul Zinken

Der in Leipzig festgenommene Terrorverdächtige aus Syrien wollte nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz wohl einen Flughafen in Berlin attackieren. "Wir hatten Hinweise - nachrichtendienstliche Hinweise -, dass er zunächst einmal Züge in Deutschland angreifen wollte. Zuletzt konkretisierte sich dies mit Blick auf Flughäfen in Berlin", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen jetzt der ARD.

Demnach bekam seine Behörde Anfang September "aus nachrichtendienstlichem Aufkommen" einen Hinweis, dass die Organisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland einen Terroranschlag gegen Infrastruktur plane. "Wir haben (...) bis Donnerstag letzter Woche gebraucht, um herauszufinden: Wer ist dafür in Deutschland verantwortlich?", so Maaßen. Dann sei der Verfassungsschutz in der Lage gewesen, die gesuchte Person zu identifizieren.

"Wir haben sofort die Observation durchgeführt", schilderte Maaßen. "Eine 24/7-Observation - also Rund-um-die-Uhr-Observation. Wir haben (...) festgestellt, dass er am folgenden Tag in einem Ein-Euro-Shop dann Heißkleber kaufte. Und unverzüglich haben wir dann alle Maßnahmen in Bewegung gesetzt, damit ein Zugriff erfolgte, weil wir davon ausgingen: Dies kann im Grunde genommen die letzte Chemikalie sein, die für ihn notwendig war, um eine Bombe herzustellen."

Nach einem missglückten Zugriff der Polizei am Samstag in Chemnitz war der 22-jährige Dschaber al-Bakr am Montag in Leipzig festgenommen worden. In der Chemnitzer Wohnung, in der er sich aufgehalten haben soll, fanden die Ermittler 1,5 Kilogramm Sprengstoff.

Auch nach der Festnahme eines Syrers unter Terrorverdacht bleiben die Sicherheitsvorkehrungen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld auf "anhaltend hohem Niveau". Das sagte ein Sprecher der zuständigen Bundespolizei auf Anfrage in Potsdam. Zu möglichen Änderungen bei der Gefahrenabwehr an den beiden Flughäfen wollte er nichts sagen. "Das dient auch Ihrer Sicherheit."

Von: dpa, gk
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