Antwort auf Airbus A320neo Zieht Boeing neuen Narrowbody vor?

13.01.2011 - 11:16 0 Kommentare

Nach Einschätzung der New Yorker Buckingham Research Group wird Boeing als Antwort auf den Airbus A320neo die Neuentwicklung eines Flugzeugs mit Standardrumpf als Nachfolger für die Boeing 717, 737 und 757 vorziehen. Zugleich könnte der US-Hersteller so mögliche Verkaufserfolge neuer Konkurrenten eindämmen. Laut Buckingham hat Boeing zwei Optionen.

Roll-out der ersten 737-700ER - © © Boeing -

Roll-out der ersten 737-700ER © Boeing

Die in New York ansässige Buckingham Research Group schätzt, dass Boeing, den jüngsten Verkaufserfolg bei mit einem komplett neu entwickelten Narrowbody kontern wird. Die Maschine könnte Ende 2012 auf den Weg gebracht werden. Die Erstauslieferung würde dann um 2017/18 stattfinden, berichtet das Branchenportal „Air Transport World“ am Donnerstag.

Airbus hatte am Dienstag einen milliardenschweren Auftrag angekündigt. Der indische Billigflieger IndiGo hat einen Vorvertrag über 180 Airbus A320 im Wert von über 15 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Darin enthalten sind 150 Maschinen der neuen Version A320neo mit neu entwickelten Triebwerken. Zusammen mit den strömungsgünstigen "Sharklets" an den Flügelenden verspricht Airbus eine Treibstoffersparnis von bis zu 15 Prozent gegenüber der aktuellen Generation.

Buckingham-Analyst Richard Safran glaubt, dass mit einem komplett neu entwickelten Narrowbody sogar bis zu 25 Prozent Treibstoffersparnis möglich sind. Boeing werde daher als Antwort auf den A320neo die Entwicklung eines neuen Standardrumpfflugzeugs vorziehen. Angesichts der wieder steigenden Treibstoffkosten seien nochmals zehn Prozent mehr Einsparung ein starkes Kaufargument, so Safran. Zudem müsse Boeing eine Antwort auf die neuen Mitbewerber aus Schwellenländern wie Brasilien und China finden.

Auch die letzten Erhöhungen der Produktionsraten bei Boeing seien ein Indikator für einen Generationswechsel. Safran rechnet damit, dass der US-Hersteller die Rate auf über 42 Maschinen pro Monat hochschrauben werde, um das Auftragsbuch abzuarbeiten. Hier stehen derzeit noch 2.186 offene Bestellungen für die 737 Next Generation, womit die Produktionsanlagen dann noch fünf Jahre ausgelastet wären.

Buckingham schätzt, dass Boeing zwei mögliche Strategien auslotet. So könnte der Konzern zwei neue Narrowbody-Familien entwickeln. Mit einem 125-180-Sitzer könnten die Boeing 717 sowie die 737-600/-700/-800 ersetzt werden, während eine zweite Familie mit 180 bis 240 Sitzen die Boeing 757-200/-300 sowie die 737-900 beerben könnte.

Bei der zweiten Option behält Boeing die Produktion der bisherigen 737 Next Generation bei, entwickelt aber zugleich einen Nachfolger im Segment der 180-240-Sitzer für die Boeing 757-200/-300 und die 737-900. So oder so, werde der Nachfolger weniger technologielastig sein als die wegen Produktionsproblemen um Jahre verzögerte Boeing 787. Zugleich sollen auch weniger Produktionsschritte an Zulieferer ausgelagert werden.

Dass Airbus nun ebenfalls einen komplett neuen Narrowbody mit Markteintritt 2017/18 lanciert, hält Buckingham für unwahrscheinlich. Durch die laufenden Programme A400M, A350 und A380 habe Airbus derzeit einfach nicht die „Manpower“ für eine weitere Neuentwicklung.

Von: airliners.de
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