LGW und WDL stellen gesamte Flotte auf Embraer E190 um

09.05.2019 - 15:31 0 Kommentare

Seit kurzem sind sowohl die LGW als auch die WDL im Besitz der Zeitfracht-Gruppe. Die beiden Wet-Lease-Spezialisten vereinheitlichen nun ihre Flotte. Konkrete Pläne über eine betriebliche Fusion dementiert der neue Eigner jedoch.

Embraer 190 in den Farben der WDL. - © © WDL -

Embraer 190 in den Farben der WDL. © WDL

Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) will ihre 17 geleasten Bombardier Dash 8 bis 2022 durch ebenso viele Embraer E190 austauschen, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Seit April ist die LGW mit Sitz in Dortmund im Besitz der Zeitfracht Gruppe, die die Airline Eurowings abgekauft hat. Das Berliner Logistik-Unternehmen steht auch hinter den Airlines WDL und dem rumänischen Billigflieger Blue Air.

Mittel- und langfristig möchte Zeitfracht-Chef Wolfram Simon-Schröter die Airline-Sparte des Unternehmens zu einem der führenden Anbieter im sogenannten Wet-Lease Dienstleistungsgeschäft machen - sowohl für das Fracht - als auch für das Passagiergeschäft.

Das Geschäftsmodell der beiden deutschen Fluggesellschaften WDL und LGW ist dabei weitgehend deckungsgleich. Beide werben damit, ihren Kunden bei Bedarf schnell und kostengünstig Wet-Lease-Lösungen anbieten zu können.

WDL betreibt eine Flotte aus drei Bae-146 Passagierflugzeugen und einer Frachtmaschine, die WDL alle bei der Schwestergesellschaft Zeitfracht Aircraft least. Hinzu kommen drei in den letzten Monaten eingeflottete E190 des brasilianischen Herstellers Embraer, ein weiterer Embraer-Jet ist ebenfalls bestellt. Die Flugzeuge werden flexibel verleast, derzeit beispielsweise an British Airways, den Air-France-Ableger Hop oder die griechische Sky Express.

Flottenvereinheitlichung aber keine betriebliche Fusion geplant

Die LGW setzt ihre Dash-8-Turboprops derzeit nahezu ausschließlich im Wet Lease für Eurowings ein. Damit betreibt sie das gleiche Geschäft wie auch schon als Eurowings-Tochter. Für das Wet-Lease-Modell wurde mit Eurowings eine langfristige Vereinbarung getroffen, die Teil des Übernahme-Deals war. Wie lang die Vereinbarung genau läuft, wollte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage von airliners.de nicht mitteilen. Sie bleibe jedoch von der Einflottung des E190 unberührt.

Mit der angelaufenen Umstellung der WDL-Flotte auf Embraers E-Jets und der angekündigten Umstellung bei LGW sollen laut der Unternehmensmitteilung Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe geschaffen werden.

Eine vertiefte Zusammenarbeit der beiden Airlines bis hin zu einer möglichen betrieblichen Fusion läge dabei nach Ansicht verschiedener Branchenbeobachter durchaus auf der Hand, zumal die WDL irrtümlicherweise bereits im Januar online nach Dash-8-Piloten suchte, das Inserat jedoch bald wieder löschte.

Zudem zeigt die LGW auf ihrer neuen Website auch Bilder von WDL-Maschinen als Beispiele für das Branding der Wet-Lease-Auftraggeber auf den angemieteten Maschinen und verspricht schnelle Anmietungslösungen bei Anfragen. Aktuell gebe es jedoch keine Pläne für eine Zusammenlegung der beiden Airlines, betonte der Zeitfracht-Sprecher.

Mitarbeiter sollen alte Verträge behalten

Ein vollständiger betrieblicher Zusammenschluss von WDL und LGW dürfte im Personal-Bereich auch auf einige Widerstände treffen. So wurde der LGW-Belegschaft im Zuge der Übernahme zugesichert, dass alle Arbeitsverträge inklusive der darin enthaltenen Tarifvereinbarungen unverändert weitergeführt werden sollen.

© dpa, Valentin Gensch Lesen Sie auch: "Die LGW-Piloten wünschen sich eine Rückkehroption" Interview

Im Mai 2017 verkaufte der damalige Gründer und Eigentümer die LGW zu einem symbolischen Kaufpreis an die Air Berlin. Nach der Air-Berlin-Insolvenz wurde die Übernahme der LGW durch Lufthansa von der EU-Kommission unter Auflagen genehmigt. Fortan flogen die Maschinen der LGW als Tochterunternehmen für Eurowings, zwischenzeitlich auch mit 13 Maschinen aus der A320-Familie.

Von: dk
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