Zeitfracht-Gruppe übernimmt Air-Berlin-Tochter Leisure Cargo

24.10.2017 - 18:33 0 Kommentare

Air Berlin hat für ihre Frachttochter Leisure Cargo einen Käufer gefunden: Zeitfracht übernimmt den Frachtdienstleister. Eine Einigung zur Technik wurde vertagt. Zu Easyjet gibt es nichts neues - aber zur Transfertgesellschaft.

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen - © © dpa - Roland Weihrauch

Reisegepäck wird am Flughafen Düsseldorf in eine Air-Berlin-Maschine verladen © dpa /Roland Weihrauch

Der Berliner Logistikdienstleister Zeitfracht übernimmt die Air-Berlin-Tochter Leisure Cargo in Düsseldorf mit ihren rund 60 Mitarbeitern. Der Gläubigerausschuss habe am Dienstag zugestimmt, teilte Air Berlin mit. Leisure Cargo vermittelt die Mitnahme von Luftfracht in Passagierflugzeugen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann nannte die Übernahme einen "kleinen, aber wichtigen Schritt" im Insolvenzverfahren, da Leisure Cargo nun wieder Planungssicherheit habe: "Wir freuen uns, mit der Zeitfracht-Gruppe einen neuen Eigentümer gefunden zu haben, der dem Unternehmen und den Mitarbeitern eine klare Zukunftsperspektive bietet."

Verkauf der Air Berlin Technik vertagt

Zeitfracht ist auch Teil einer Bietergemeinschaft für die Technik-Tochter von Air Berlin. Die Verhandlungen über diesen Unternehmensteil würden zunächst fortgesetzt, erklärte Zeitfracht-Chef Wolfram Simon am Dienstag.

Die Technik-Sparte der Air Berlin beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Die Bieterfrist war bereits mehrfach verschoben worden. Der weitere Interessent in der Bietergemeinschaft ist früheren Angaben zufolge der Wartungsspezialist Nayak, der sich aktuell selbst umstrukturiert.

Neben der Entscheidung für einen Verkauf der Logistik- und Techniktöchter wurde ebenfalls eine Entscheidung der Teilverkäufe an Lufthansa und Easyjet erwartet. "Air Berlin verhandelt derzeit mit zwei Bietern, mit Easyjet und Condor", sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Angeblich soll es bis Ende der Woche zu einem Ergebnis kommen. Mit der Lufthansa hatte sich Air Berlin bereits am 12. Oktober auf die Übernahme der Niki und der LGW geeinigt.

© dpa, Lesen Sie auch: Spohrs Pläne für Air Berlin

Air Berlin gibt bis zu zehn Millionen Euro für Transfergesellschaft

Die Chancen für eine Transfergesellschaft für die auf der Strecke bleibenden Mitarbeiter sind derweil gestiegen. Bis zu zehn Millionen Euro aus der Insolvenzmasse sollen in die Gesellschaft fließen, wie der Gläubigerausschuss beschloss. Freigegeben wird das Geld, wenn auch weitere Beteiligte "Deckungsbeiträge erbringen", wie Air Berlin mitteilte.

Die Auffanggesellschaft für bis zu 4500 Beschäftigte ist dennoch nicht fix. Bei einem ersten informellen Treffen zwischen der Airline sowie den Ländern Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen sowie der Bundesregierung wurde noch keine Lösung gefunden. Möglicherweise am Mittwoch könnte ein zweites Gespräch stattfinden, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die vor allem vom Land Berlin unterstützte Transfergesellschaft soll Air-Berlin-Beschäftigten den Übergang in neue Jobs erleichtern. Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte eine Beteiligung in Aussicht gestellt. Die Bundesagentur für Arbeit würde das Transferkurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes zahlen, erläuterte er. Air Berlin schätzt den Finanzbedarf eine Transfergesellschaft auf 50 Millionen Euro.

Fest steht, dass sich Bayern nicht an den Kosten beteiligen will. "Hier sehen wir vor allem die Unternehmen in der Pflicht, über einen Sozialplan oder bei Bedarf durch die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die Folgen der Insolvenz für die betroffenen Mitarbeiter abzumildern", sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in München.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Air Berlin will schnelle Entscheidung über Transfergesellschaft

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist seit Mitte August insolvent. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Am Abend des 27. Oktober soll der Flugbetrieb unter AB-Flugnummer eingestellt werden.

Von: dh mit AFP, dpa
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