Zeit für Germania-Verkauf wird knapp

Bis Ende März muss der vorläufige Germania-Insolvenzverwalter die Fluggesellschaft verkaufen - entweder in Teilen oder als Gesamtlösung. Noch gibt es Interessenten für beide Optionen.

Germania-Flugzeug. - © © Airport Nürnberg -

Germania-Flugzeug. © Airport Nürnberg

Für den Verkauf von Teilen der insolventen Germania läuft die Zeit aus. Bis Ende des Monats müsse mit den Interessenten eine Lösung gefunden werden, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg zu airliners.de.

Dann laufe die Überbrückungsphase aus, in dem die Mitarbeiter der insolventen Teile der Airline Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit erhalten. Die Gesellschaft habe anschließend nicht mehr die finanziellen Möglichkeiten, weiterhin betriebsbereit gehalten zu werden, hieß es.

Insolvenzrechtlich ist ein Verkauf der Airline erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich. Wahrscheinlich erfolge die Eröffnung des Verfahrens Anfang April. Über den Eröffnungstermin entscheidet aber das Berliner Amtsgericht.

Wienberg hatte bislang beim Verkauf eine Gesamtlösung präferiert. Man setze sich "intensiv" dafür ein, die nötigen luftfahrtrechtlichen Genehmigungen sowie die wesentlichen Slots zu sichern, hatte der Verwalter Ende Februar mitgeteilt. Komme es zu einer Übertragung des Flugbetriebs, könnte der Investor so kurzfristig wieder starten.

Nach wie vor Interessenten

Es gebe nur noch einen Bieter für eine Gesamtlösung. Ende Februar hatte es geheißen, es lägen zwei konkrete Angebote für das Gesamtpaket vor, das aus einem Großteil des Streckennetzes der Germania Fluggesellschaft mbH sowie Wartungs- und Service-Kapazitäten der Germania Technik GmbH und der Germania Flugdienste GmbH besteht.

Man konzentriere sich in den Verhandlungen um ein Gesamtpaket nur noch auf einen Bieter", sagte Wienberg. Der zweite Bieter sei unterdessen aus dem Investorenprozess ausgestiegen. "Das ist bedauerlich, weil wir mit diesem Kandidaten am weitesten waren", so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Zuletzt war Hifly als ein Interessent für die Übernahme genannt worden. Der portugiesische Charter-Spezialist wollte sich auf airliners.de-Anfrage nicht zu aktuellen Gerüchten äußern, seine Offerte für Germania zurückgezogen zu haben. Auch der Sprecher des vorläufigen Germania-Insolvenzverwalters wollte die Berichte nicht kommentieren.

Es lägen aber auch noch zwei konkrete Angebote für Einzellösungen vor, bei denen Wartungs- und Technikleistungen separat verkauft werden sollen. In Bezug auf die Germania Technik Brandenburg GmbH und die Germania Flugdienste GmbH würden belastbare Angebote vorliegen. Auch über den Verkauf von Teilen des Flugbetriebs gebe es Gespräche.

© dpa, Guido Kirchner Lesen Sie auch: Germania-Kunden werden leer ausgehen

Anfang Februar hatte die Berliner Fluggesellschaft mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte sie nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

Von: dh

Datum: 14.03.2019 - 17:36

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