Zahl der tödlichen Flugzeugunglücke 2018 gestiegen

02.01.2019 - 15:55 0 Kommentare

2018 sind mehr Menschen bei Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen als 2017. Langfristig gesehen wird Fliegen aber immer sicherer - trotz steigender Passagierzahlen. Der BDL sieht in Drohnen eine neue Herausforderung.

Maschine am Himmel. - © © AirTeamImages.com - Sandro Koster

Maschine am Himmel. © AirTeamImages.com /Sandro Koster

Nach einem Rekordtiefstand im Vorjahr ist die Zahl der Todesopfer in der zivilen Luftfahrt 2018 wieder gestiegen. Weltweit starben im vergangenen Jahr bei 15 Unglücken insgesamt 556 Passagiere und Crewmitglieder, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte. Im langfristigen Vergleich hat sich die Sicherheit trotz steigender Fluggastzahlen dennoch deutlich verbessert.

Das schwerste Unglück im vergangenen Jahr war laut Daten des Aviation Safety Network (ASN) der Absturz einer Boeing 737 in Indonesien, bei dem Ende Oktober 189 Menschen ums Leben gekommen waren. Weitere Flugzeugunglücke mit mehr als 50 Todesopfern ereigneten sich in Russland, Nepal, Kuba und im Iran.

2017 niedrigster Stand seit Beginn der Aufzeichnungen

Unglücke mit Militärmaschinen oder kleineren Flugzeugen mit weniger als 14 Passagiersitzen an Bord flossen nicht in die Statistik ein. Im Jahr zuvor war das Risiko, beim Unglück eines Verkehrsflugzeugs ums Leben zu kommen, auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken: Bei insgesamt zehn Unglücken mit Flugzeugen im zivilen Einsatz waren 2017 insgesamt 79 Menschen ums Leben gekommen.

Grafik: © BDL

Trotz des Anstiegs 2018 zeige sich im langfristigen Vergleich, dass die "geringe Zahl der Verunglückten" ungeachtet steigender Passagierzahlen weiter sinke, erklärte der BDL. Demnach beförderten Fluggesellschaften im vergangenen Jahr laut der UN-Luftfahrtorganisation ICAO weltweit rund 4,4 Milliarden Passagiere - und damit mehr als 14 Mal so viele wie 1970.

Die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, habe im Durchschnitt der 70er-Jahre bei eins zu 264.000 gelegen, im vergangenen Jahr bei rund eins zu 7,9 Millionen. "Fliegen war im Jahr 2018 also rund 30 Mal sicherer als in den 70er Jahren", erklärte der BDL. 2017 hatte dieser Faktor 350 betragen.

BDL sieht Handlungsbedarf bei Drohnen

Eine wachsende Herausforderung sieht der Verband in der zunehmenden Verbreitung von Drohnen. Dass es hierbei Handlungsbedarf gebe, hätten die Vorfälle vom Londoner Flughafen Gatwick gezeigt. Dort musste vor Weihnachten nach Drohnensichtungen aus Sicherheitsgründen zeitweilig der Flugbetrieb eingestellt werden. Zehntausende Passagiere waren betroffen.

© Gatwick Airport Limited, Lesen Sie auch: Britische Polizei nacht Drohnen-Alarm in Gatwick in der Kritik

Auch in Deutschland ist die Zahl der Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen nach Angaben des BDL gestiegen. Nötig sei deshalb, die Sicherheitsstandards für den Einsatz von Drohnen weiter zu erhöhen.

Von: AFP, br
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