Zahl der Drohnen steigt rasant - und damit die Risiken

21.09.2016 - 14:07 0 Kommentare

Mit der Zahl der Drohnen steigen auch die von ihnen ausgehenden Risiken. Ein Versicherer fordert deshalb eine "systematische Registrierung" und Ausbildung von Piloten - und schließt sich damit Forderungen der Luftfahrtbranche an.

Eine private Drohne im Flug, während im Hintergrund ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist. - © © dpa - Julian Stratenschulte

Eine private Drohne im Flug, während im Hintergrund ein Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf zu sehen ist. © dpa /Julian Stratenschulte

Die Zahl der Drohnen weltweit steigt rasant, und damit einer Studie zufolge auch die Risiken von Zusammenstößen, Abstürzen, Terror- und Cyberangriffen. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, seien eine systematische Registrierung dieser unbemannten Luftfahrzeuge und eine fundierte Ausbildung der Piloten notwendig, heißt es in einer unlängst veröffentlichten Studie des Versicherers Allianz Global Corporate & Specialty. Piloten sollten sich demnach für Schäden bis zu einer Million Dollar absichern.

Rund 1,9 Millionen unbemannte Luftfahrzeuge schwirren laut Studie allein in den USA für Freizeitzwecke durch die Luft; bis Ende dieses Jahres kämen mehr als 600.000 Drohnen zur kommerziellen Nutzung hinzu. In Deutschland schätzen die Autoren die Zahl der Drohnen auf rund 400.000. Weltweit werde bis 2020 mit einem Anstieg auf 4,7 Millionen dieser Fluggeräte gerechnet.

Haftung kann schnell in die Millionen gehen

"Zentrale Gefahren" seien Zusammenstöße in der Luft und Kontrollverlust etwa durch einen Systemfehler oder Frequenzstörungen, heißt es in der Studie des Industrieversicherers. Beinah-Unfälle mit Drohnen hätten sich bereits beispielsweise in China, Dubai, Großbritannien und Polen ereignet. Wenn eine Drohne auf ein Geschäft oder einen Lastwagen stürze, müsse der Pilot schnell mit einem Gesamtwert von über fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) für die Schäden haften. Selbst kleinere Drohnen könnten Schäden in Höhe von zehn Millionen Dollar verursachen, wenn sie das Triebwerk eines Flugzeugs beschädigen.

© dpa, Daniel Karmann Lesen Sie auch: Ferngesteuerte Mini-Flieger als Risiko für Luftfahrt

Zunehmende Gefahr besteht laut der Studie auch durch mögliche terroristische Anschläge etwa auf Großveranstaltungen oder Atomkraftwerke. Auch könnten Hacker während eines Flugs die Kontrolle über die Drohne übernehmen.

In vielen Ländern gebe es bislang wenige bis gar keine Standards für die Ausbildung von Drohnen-Piloten oder für die Wartung, kritisierten die Autoren. Auch eine Registrierung sei vielerorts nicht nötig.

Offizielle Registrierung kommt "über kurz oder lang"

In Zukunft werde die Identifikation einer Drohne und ihres Bedieners nötig sein, um eine allgemeine Haftpflicht gewährleisten zu können, heißt es in der Studie des Versicherungsunternehmens. Eine offizielle Registrierung werde "über kurz oder lang" kommen. Das Geschäft mit Versicherungen für Drohnenbetreiber schätzt die Studie auf rund eine Milliarde Dollar weltweit bis Ende 2020.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Zivile unbemannte Luftfahrt in Europa?

Mit ihren Forderungen schließt sich die Allianz denen der deutschen Luftfahrtbranche und Politik an. Neben den bereits aus der Branche mehrfach genannten Vorschlägen wie Drohnen-Führerschein und Registrierungspflicht hatte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft auch einen Transponder für die unbemannten Fluggeräte vorgeschlagen.

Laut Angaben des Flughafenverbands ADV könnten zivile Drohnen auch an deutschen Airports eingesetzt werden. Mit den Geräten könnte beispielsweise die Flughafeninfrastruktur überwacht werden, hieß es unlängst. Allerdings dürfe die Sicherheit für die zivile Luftfahrt nicht gefährdet werden. Die ADV mahnte gemeinsame europäische gesetzliche Rahmenbedingungen für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen an.

Von: AFP, gk
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