Flugschreiber-Suche vor Komoren weiterhin erfolglos

Yemenia-Crew bereitete Notwasserung vor

02.07.2009 - 14:40 0 Kommentare

Vor den Komoren geht die Suche nach dem Wrack und den Opfern des abgestürzten jemenitischen Airbus A310 weiter. Die Suche konzentriert sich neben der Bergung weiterer Opfer vor allem auf die Flugschreiber. Die einzige Überlebende schildert derweil, dass sich die Passagiere vor dem Absturz auf eine Notwasserung vorbereitet hatten.

Ein Helikopter sucht am 01. Juli 2009 vor Galawa Beach nach Absturz-Opfern. - © © dpa -

Ein Helikopter sucht am 01. Juli 2009 vor Galawa Beach nach Absturz-Opfern. © dpa

Die Flugschreiber der Unglücksmaschine sind noch immer nicht lokalisiert. Ein französisches Militärflugzeug hatte am Dienstag Signale empfangen. Nach französischen Medienberichten handelte es sich dabei nicht nicht um Signale der Flugschreiber, sondern um einen Notfallpeilsender (EPL). Dieser gibt automatisch Signale ab, wenn die Maschine abstürzt oder Salzwasser berührt. Am Mittwoch waren die Signale nicht mehr auffindbar. Berichte und Dementis über den angeblichen Fund des Flugschreibers hatten Verwirrung ausgelöst.

Bis zur Bergung und Auswertung von Flugdatenschreiber und Cockpit-Voice-Recorder kann weiterhin nur spekuliert werden. Nach jemenitischen Angaben hatte die Crew vor dem Absturz kein Notsignal mehr abgegeben.

Nach französischen Angaben ist die bislang einzige geborgene Überlebende zwölf Jahre alt. Sie soll lediglich leichte Verbrennungen am Knie und einen Schlüsselbeinbruch haben. Ein komorisches Fischerboot entdeckte das Mädchen rund zwölf Stunden nach dem Unglück und holte sie an Bord.

Überlebendes Mädchen: Kabine bereitete Notwasserung vor

Bei Befragungen der Überlebenden kamen nun nach französischen Presseberichten neue Details über die Minuten vor derm Absturz heraus. Die Passagiere hätten gewusst, dass das Flugzeug in Gefahr gewesen sei. Sie seien von der Crew aufgefordert worden, Schwimmwesten anzulegen, sagte das Mädchen.

Im Meer klammerte sie sich an ein Wrackteil fest. Anfangs hörte sie noch andere Überlebende in ihrer Nähe, die dann vermutlich von den Wellen fortgetragen wurden oder untergingen. Die Wahrscheinlichkeit, noch weitere Überlebende im Indischen Ozean zu finden, gilt als extrem gering.

An der Suche beteiligen sich Amerikaner, Franzosen und Italiener. Bisher wurden nur kleinere Wrackteile und Gepäckstücke entdeckt. Der Yemenia-Airbus war am Dienstag mit 153 Menschen an Bord kurz vor der Landung abgestürzt. Flug IY 626 hatte elf Crew-Mitglieder und 142 Passagiere an Bord.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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