Wrackteil gehört zu Flug MH370 - Suche geht weiter

Fast eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden von Flug MH370 ist das erste Wrackteil gefunden. Doch das Rätsel um das Schicksal der Boeing 777 ist noch längst nicht gelöst.

Das von Muscheln übersäte Teil eines Flugzeugs, das Ende Juli 2015 auf der Insel La Réunion angeschwemmt wurde. - © © dpa - Zinfos974

Das von Muscheln übersäte Teil eines Flugzeugs, das Ende Juli 2015 auf der Insel La Réunion angeschwemmt wurde. © dpa /Zinfos974

Ein erstes Wrackteil von Flug MH370 ist identifiziert, aber die Suche nach dem seit 17 Monaten vermissten Malaysia-Airlines-Flugzeug geht weiter. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in der richtigen Gegend suchen und wir werden das Flugzeug dort finden", sagte Martin Dolan, Chef der australischen Flugsicherheitsbehörde, dem Radiosender ABC. Australien koordiniert die Suche nach dem Wrack im Indischen Ozean.

Auf dem sogenannten Flaperon sei ein Wartungssiegel von Malaysia Airlines gefunden worden, sagte Malaysias Verkehrsminister Liow Tiong Lai der Zeitung "The Star". Deshalb sei die malaysische Regierung sicher, dass das Wrackteil zu der seit 17 Monaten verschollenen Malaysia Airlines-Boeing Flug MH370 gehöre.

Laut Angaben der französischen Ermittler hatte Boeing bestätigt, dass das Wrackteil zu einer Boeing 777 gehört. Außerdem sei die technische Dokumentation der Airline mit dem Wrackteil abgeglichen worden, hieß es weiter.

Frankreich äußert sich zurückhaltend

Die französische Justiz sprach etwas vorsichtiger von einer "sehr starken Vermutung", die durch die weiteren Untersuchungen bestätigt werden solle. Auch der zuständige australische Minister Warren Truss blieb zurückhaltend: "Das Untersuchungsteam unter französischer Leitung arbeitet weiter an der abschließenden Beurteilung des Teils und wir warten auf weitere Details von dem Team." Wann deren Ergebnisse vorliegen, ist offen.

Nach Einschätzung von Forschern könnten beispielsweise die Muscheln auf dem Wrackteil Hinweise darauf geben, in welcher Region das Flugzeug ins Meer stürzte. Zudem könnte die Analyse des Materials Rückschlüsse auf Stärke und Winkel des Aufpralls erlauben, wie der Luftfahrtexperte Xavier Tytelman in einem Gastbeitrag für die französische "Huffington Post" erläuterte.

Malaysia Airlines spricht von einem "Durchbruch"

Flug MH370 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radarschirm verschwunden. Sie flog aus bislang ungeklärten Gründen noch sieben Stunden Richtung Süden, wie Satellitensignale nahelegten.

Malaysia Airlines sprach von einem wichtigen Durchbruch für die Aufklärung des Falls. "Wir erwarten und hoffen, dass weitere Objekte gefunden werden, die uns helfen können, dieses Rätsel zu lösen." Malaysias Regierungschef beteuerte, die Regierung werde alles tun, "um die Wahrheit über das herauszufinden, was passiert ist".

© dpa, Fazry Ismail Lesen Sie auch: Ein Jahr Ungewissheit

Experten aus Malaysia, China, Australien, Singapur, Frankreich und den USA hatten das Wrackteil in Balma bei Toulouse untersucht. Es war vergangene Woche an der Küste der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion östlich von Afrika angeschwemmt worden.

Von: ch, dpa

Datum: 06.08.2015 - 09:47

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