Tausende weitere Air-Berlin-Kunden gehen wohl leer aus

11.10.2017 - 10:24 0 Kommentare

Tausende Mittelstrecken-Tickets der Air Berlin, die vor der Insolvenz-Anmeldung gebucht wurden und erst in der nächsten Flugplanperiode wirksam werden sollten, sind laut eines Medienberichts so gut wie wertlos. Dafür gebe es eine einfache Erklärung.

Fluggäste an Schaltern der Air Berlin. - © © dpa -

Fluggäste an Schaltern der Air Berlin. © dpa

Weitere 100.000 Kunden von Air Berlin sind offenbar Opfer der Airline-Insolvenz geworden. Da der Carrier zum Ende der Flugplanperiode am 28. Oktober keine selbstvermarkteten Flüge mehr durchführt und die viele der betroffenen Passagiere ihre Tickets vor der Insolvenz-Anmeldung erworben hatten, bekommen sie nun wohl ihr Geld nicht zurück. Dies berichtet der Bonner "Generalanzeiger" unter Berufung auf Insider. Die Airline hätte den Umstand der Zeitung gegenüber bestätigt.

Für die vor dem 15. August gekauften rund 90.000 Tickets der jetzt stornierten Kurzstreckenflüge wird es fast keine Erstattung geben. Den Kunden steht laut Branchenkennern lediglich eine geringe Entschädigungsgebühr zu.

„Alle bis dahin aufgelaufenen Forderungen an das Unternehmen - also auch der Anspruch auf einen Flug - werden Teil der Insolvenzmasse“, zitiert die Zeitung den Hamburger Insolvenzexperten Jörn Weitzmann. Hinzu kommen noch einmal 10.000 Kunden von Langstreckenflügen, die Air Berlin bereits Ende dieser Woche einstellt.

Flugcode AB verschwindet

Für Tickets nach dem Insolvenzantrag gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Erstattung. Air Berlin hatte Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, damit landen alle danach gekauften Tickets bei einer Stornierung des Flugs in einem anderen Topf.

Nach langem Ringen hatten Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus Anfang der Woche erklärt, dass der Flugcode AB Ende Oktober verschwinden werde. Die Air-Berlin-Maschinen würden aber wohl weiter abheben. Denn sofern sich ein Käufer findet, werde der Großteil der Flotte im Wet-Leasing betrieben. Aktuell laufen exklusive Verhandlungen mit den "bevorzugten Bietern" Lufthansa und Easyjet.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Verhandlungen um Air Berlin drohen zu scheitern

Von: cs
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